Für viele Menschen ist der Allgemeinmediziner in ihrer Nähe der erste Ansprechpartner im Krankheitsfall. Die sogenannte hausarztzentrierte Versorgung verhilft den Patienten zu kürzeren Wartezeiten in der Praxis und ermöglicht die Vereinbarung von Terminen außerhalb der offiziellen Sprechstunden. Für einen Besuch beim Facharzt benötigen die Patienten eine entsprechende Überweisung, die ihnen der Hausarzt ausstellt. Ausgenommen hiervon sind Besuche bei Augenärzten und Gynäkologen sowie Notfälle. Die Techniker Krankenkasse (TK) in Sachsen-Anhalt bietet ihren Versicherten bereits seit 2010 an, freiwillig an diesem Versorgungsmodell teilzunehmen. Für die TK besonders und bundesweit einmalig an diesem Hausarztvertrag: Abrechnungspartner ist die Kassenärztliche Vereinigung.

Förderung digitaler Versorgungselemente

Mit dem zum Jahresbeginn 2020 neu vereinbarten Innovationszuschlag ist der Vertrag zur Hausärztlichen Versorgung (HZV) zwischen der Techniker Krankenkasse (TK) mit dem Hausärzteverband Sachsen-Anhalt e. V. und der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt digitaler geworden.

Medizinische Versorgungsabläufe beginnen häufig in den Hausarztpraxen. Das macht sie zum wichtigen Ausgangspunkt für eine digitale Gesundheitsversorgung. Steffi Suchant, Leiterin der TK-Landesvertretung Sachsen-Anhalt 

Die Vertragspartner erleichtern den nahezu 1.300 am Vertrag teilnehmenden Hausärztinnen und -ärzten im Bundesland mit dieser Förderung die Anwendung digitaler Versorgungselemente . Zum Beispiel durch die Nutzung von Online-Terminbuchungen, Video-Sprechstunden oder Diensten zum elektronischen Austausch von Arztbriefen und Ähnlichem soll die sektorenübergreifende Vernetzung im Gesundheitswesen Sachsen-Anhalts vorangetrieben werden. Sofern die ärztlichen Teilnehmer zwei dieser fünf Elemente umsetzen, erhalten Sie eine finanzielle Unterstützung über den Vertrag.

Wie eine Auswertung der TK ergeben hat, stößt dieses Angebot auf eine positive Resonanz. Allein im zweiten Quartal 2020 entschieden sich mehr als 700 im Bundesland ansässige hausärztlich tätige Medizinerinnen und Mediziner für die Online-Terminbuchung als neues digitales Element. "Die Möglichkeit, Arztbesuche auf diese Art und Weise zu planen, stellt für viele Patientinnen und Patienten eine große Erleichterung dar. Es freut mich sehr, dass wir schon mehr als jeden zweiten am Vertrag teilnehmenden Hausarzt dabei unterstützen konnten, diesen Service anzubieten", so Steffi Suchant, Leiterin der TK-Landesvertretung Sachsen-Anhalt.

Derzeit nehmen zwischen Harz und Havel rund 26.000 TK-Versicherte am HZV-Vertrag teil. Das ist knapp ein Fünftel aller TK-Versicherten über 18 Jahren. Damit liegt die Quote im Bundesländervergleich mit Abstand am höchsten.

Fortgeführt wird als Grundelement des HZV-Vertrages das sogenannte Lotsenprinzip, bei dem der Hausarzt bis auf wenige Ausnahmen immer erster Ansprechpartner bleibt. Ergänzt wird die medizinische Versorgung durch die Aufnahme zusätzlicher Leistungen zur Früherkennung und Behandlung von Begleiterkrankungen der Volkskrankheiten Diabetes mellitus und Hypertonie.