Mainz, 1. September 2020: In Rheinland-Pfalz hat die Hälfte der im Jahr 2017 geborenen Kinder (50 Prozent) in den ersten beiden Lebensjahren alle 13 von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Impfungen vollständig erhalten. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK). Die Quote hat sich im Vergleich zu den im Jahr 2016 geborenen Kindern leicht verbessert. Von ihnen waren nur rund 49 Prozent innerhalb der ersten beiden Lebensjahre komplett gegen Masern, Keuchhusten und Co. geimpft, also inklusive aller Teilimpfungen.

Jedes fünfte Kind ist nicht gegen Meningokokken geimpft

Auffällig ist, dass bei den Kindern eine Impflücke hinsichtlich Meningokokken besteht. Demnach fehlte bei den 2017 geborenen Kleinkindern bei fast jedem fünften Kind (18,1 Prozent) die Immunisierung gegenüber diesen Bakterien. In der Alterskohorte der Kinder, die 2016 zur Welt kamen, waren sogar 18,6 Prozent nicht gegen diese Erreger geimpft. 

Meningokokken werden durch Tröpfcheninfektion übertragen und können schwerwiegende Erkrankungen wie etwa eine Hirnhautentzündung zur Folge haben. Bei bis zu 20 Prozent der Betroffenen kommt es zu lebenslangen Spätfolgen wie etwa Hörverlust oder psychologische Beeinträchtigungen.

Darüber hinaus hat die Auswertung der TK gezeigt, dass 3,5 Prozent der 2017 geborenen Kinder in Rheinland-Pfalz bis zu ihrem zweiten Geburtstag gar nicht geimpft wurden. Ein Jahr zuvor war dies sogar bei 4,4 Prozent der Fall.

Bei Masern wurde nachgeimpft

"Insgesamt verdeutlichen die Zahlen, dass sich mehr Eltern entscheiden, ihr Kind gemäß der STIKO-Empfehlungen impfen zu lassen. Ein Grund hierfür könnte sein, dass das Thema dieses Jahr - beispielsweise im Kontext des Masernschutzgesetzes - sehr im Schlaglicht der Öffentlichkeit stand", betont Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung. Hinsichtlich der Masernimpfung zeigen die Zahlen auch, dass einige Eltern ihre Kinder haben nachträglich impfen lassen. Während bei 10,9 Prozent der Kinder in Rheinland-Pfalz nur ein unvollständiger Impfschutz bestand, waren es 2017 nur noch 9,5 Prozent. Die Zahl der gar nicht gegen Masern geimpften sinkt in diesem Zeitraum von sieben auf 6,4 Prozent.

Gemäß Empfehlungen der STIKO sollte die erste Verabreichung des Kombinationsimpfstoffs gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) im Alter von 11 bis 14 Monaten verabreicht worden sein. Die zweite MMR-Impfung kann dann frühestens nach vier Wochen erfolgen. Eine vollständige Immunisierung sollte bis zum 23. Lebensmonat erfolgt sein.

Hinweis für die Redaktion

Für die Auswertung der Impfraten wurden die 2017 geborenen und durchgängig bei der TK versicherten Kinder über einen Zeitraum von zwei Jahren sowie die 2016 geborenen und durchgängig bei der TK versicherten Kinder über einen Zeitraum von drei Jahren in Bezug auf die derzeit 13 von der STIKO empfohlenen Impfungen für diese Altersgruppe untersucht. Dabei ist jeweils noch das Quartal nach dem Geburtstag der Kinder in die Untersuchung eingeflossen, sodass der zweite bzw. dritte Geburtstag nicht als Stichtag für eine Impfung zu werten ist.