Mainz, 16. Februar 2021. In Rheinland-Pfalz sind 2020 im Vergleich zum Vorjahr weniger Infektionskrankheiten aufgetreten. Dies teilt die Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) mit Bezug auf Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) mit.

85 Prozent weniger Rotavirus-Infektionen, dreimal weniger Keuchhusten


Besonders rückläufig waren virusbedingte Magen-Darm-Erkrankungen, etwa durch Rota- oder Noroviren. Während im Jahr 2019 rund 1.145 Rotavirus-Infektionen gemeldet wurden, beliefen sich die Fallzahlen 2020 nur noch auf 167 (-85%). Gemeldete Norovirus-Erkrankungen sanken im gleichen Zeitraum ebenfalls von 4.255 auf 1.208 (-72%). Mit einem Rückgang von 397 auf 135 gemeldeten Infektionen trat Keuchhusten 2020 etwa dreimal seltener auf als 2019. "Vermutlich haben die Covid-19-bedingten Hygiene- und Abstandsmaßnahmen dazu geführt, dass auch andere Viren und Bakterien sich weniger stark verbreiten konnten", sagt Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung Rheinland-Pfalz.

Nicht alle Infektionskrankheiten waren 2020 auf dem Rückzug


Jedoch waren nicht alle Infektionskrankheiten im vergangenen Jahr auf dem Rückzug. Bei Grippe-Erkrankungen ist 2020 in Rheinland-Pfalz im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg von 7.905 auf 8.228 Infektionen zu verzeichnen. Ein genauerer Blick auf die Zahlen zeigt jedoch, dass die Grippesaison bereits vor dem ersten Lockdown im März ihren Höhepunkt erreicht hatte und daher von den Anti-Corona-Maßnahmen unbeeinflusst blieb. Ein deutlicher Unterschied zeichnet sich erst bei Betrachtung des letzten Quartals des Jahres ab. Während 2019 in den letzten drei Monaten rund 171 Grippe-Infektionen gemeldet wurden, waren es 2020 in der Zeit lediglich 18. 2021 sind bislang nur drei Grippe-Fälle verzeichnet.