Frankfurt am Main, 2. November 2021. Die Techniker Krankenkasse (TK) in Hessen unterstützt die ehrenamtliche ambulante Sterbebegleitung schwerstkranker Kinder und Erwachsener im laufenden Jahr mit einem Zuschuss von rund 1,5 Millionen Euro. Das sind knapp 239.000 Euro mehr als im Vorjahr. Die Gelder fließen an 82 ambulante Hospizdienste in Hessen, die eine besonders qualifizierte ehrenamtliche Sterbebegleitung durchführen. Unter den geförderten Diensten sind acht ambulante Kinderhospizdienste. 

Begleitung vom Tag der Diagnose an

"Die Auseinandersetzung mit dem Tod ist für unheilbar kranke Menschen und deren Angehörige mit Angst und Unsicherheit verbunden. Todkranke und deren Angehörige müssen diese fordernde Zeit nicht alleine bewältigen. Sie können sich auf diesem Weg von professionellen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern vom Tag der Diagnose an begleiten lassen", sagt Dr. Barbara Voß, Leiterin der Landesvertretung der Techniker Krankenkasse in Hessen. 

Die Ehrenamtlichen leisten mit ihrer besonderen Fürsorge aus Sicht der TK in Hessen einen bedeutenden Beitrag in der Sterbebegleitung. Die TK setzt die Fördermittel daher vor allem für deren Aus-, Fort- und Weiterbildung ein. "Ich habe, bevor ich mit der Hospizarbeit begonnen habe, bereits in meinem Beruf als Kinderphysiotherapeutin schwerstkranke Kinder begleitet und Erfahrungen mit den Themen Tod und Sterben gesammelt. Dennoch war die Ausbildung sehr wertvoll für mich. Sie hat mir Sicherheit gegeben, wie ich mich in bestimmen Situationen verhalten kann und welche Aufgaben ich im Ehrenamt übernehmen kann", sagt Sabine Naumann, ehrenamtliche Kinderhospizbegleiterin im Kinderhospiz Bärenherz in Wiesbaden. 

Unterstützung für Familienangehörige

Eine Aufgabe der Ehrenamtlichen ist es, die Bedürfnisse und Wünsche des sterbenden Menschen wahrzunehmen und dabei zu unterstützen, damit diese möglichst erfüllt werden können. Die meisten Menschen wünschen sich, in vertrauter Umgebung und im Kreis der engsten Angehörigen zu sterben. Sie möchten möglichst keine Schmerzen erleiden, letzte Dinge regeln und sich in vertrauensvollen Gesprächen austauschen. Die ehrenamtlichen Begleiterinnen und Begleiter stehen aber auch den Familienangehörigen zur Seite, die in dieser Extremsituation besonders gefordert und belastet sind - insbesondere wenn Kinder von einer schweren, lebensverkürzenden Krankheit betroffen sind. 

Häufig unterstützen die Helferinnen und Helfer schwerstkranke Kinder und Erwachsene sowie deren Angehörige über mehrere Jahre zu Hause, in der Familie, in stationären Pflegeeinrichtungen oder in Krankenhäusern. Mit den Fördergeldern der TK werden ehrenamtliche Sterbebegleitungen auch in Einrichtungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung oder in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe finanziert. Auf Wunsch der betroffenen Familien bleiben die Hospizbegleiterinnen und -begleiter auch über den Tod hinaus als wichtige Gesprächspartner präsent.  

Hintergrund

Im Gespräch mit der TK berichtet die ehrenamtliche Hospizbegleiterin Sabine Naumann, wie sie dazu kam, das Kinder- und Jugendhospiz Bärenherz in Wiesbaden im Rahmen der ehrenamtlichen Hospizarbeit zu unterstützen und welche Erfahrungen sie dort macht.