Stuttgart, 1. September 2021. Coronabedingtes Kinderkrankengeld wurde in Baden-Württemberg nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres häufiger beantragt als das klassische krankheitsbedingte Kinderkrankengeld. Von Januar bis Mai gingen bei der TK im Land 19.108 Anträge auf das pandemiebedingte Kinderkrankengeld ein, das 2021 neu eingeführt wurde, um die Kinderbetreuung bei Kita- und Schulschließungen zu ermöglichen. Damit übertraf die Zahl der Anträge für das coronabedingte Kinderkrankengeld in diesem Zeitraum die Zahl der regulären Kinderkrankengeldanträge um fast 75 Prozent. 

Mehr Anträge im Juni 2021 als im Vorjahr

"Seit Juni zeigt sich nun ein anderes Bild“, erklärt Nadia Mussa, Leiterin der TK-Landesvertretung, "Während die pandemiebedingten Anträge deutlich abgenommen haben, ist die Zahl der krankheitsbedingten Fälle mit rund 2.400 vier Mal so hoch wie im Vergleichsmonat 2020. Das ist natürlich auffällig." In der Regel korrelierten die Zahlen mit der klassischen Erkältungssaison und seien im Sommer relativ niedrig. "Die Beobachtung deckt sich allerdings mit Berichten aus Kitas und Kinderarztpraxen, die einen Nachholeffekt bei den Virusinfekten vermuten", so Mussa. 

Corona verhindert übliche Infekte

Im ersten Quartal 2021 lag die Zahl der Anträge für das krankheitsbedingte Kinderkrankengeld deutlich unter denen von 2020. Während damals knapp 14.459 Anträge eingegangen waren, beantragten dieses Jahr im gleichen Zeitraum nur 6.244 TK-Versicherte entsprechende Unterstützung. "Weniger Kontakte im betreuten wie im privaten Bereich und die inzwischen üblichen Hygieneregeln haben dazu geführt, dass Kinder sich in dieser Zeit weniger Erkältungen oder Magen-Darm-Infekte eingefangen haben", sagt die TK-Leiterin.

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