10 Jahre an der Spitze der Bremer Kassenärzte haben sehr viel Freude gemacht, sehr viel Kraft gekostet und mein Leben bereichert. Die drei Hauptthemen meines Mandates waren, nicht ganz überraschend Kohle, Kohle und Kohle. Natürlich standen das Einwerben sowie das Verteilen des Honorars stets an vorderster Stelle. Ersteres war bisweilen mühsam, aber doch immer geprägt von fairem und geduldigem Umgang zwischen mir und den Krankenkassenkollegen. In meiner Bremer Zeit waren Kassen nie Gegner, sondern immer Partner in der Versorgung. In all den Jahren habe ich nur einmal das Schiedsamt bemühen müssen.

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Dr. Kirsten Kappert-Gonther, MdB - Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

Eher schon hat sich das BAS (ex BVA) zum gemeinsamen bürokratischen Feindbild entwickelt, beim dem der Kranke/ Versicherte mit seinen Problemen und Bedürfnissen keine Rolle spielt.

Beim Geldverteilen könnte man erwarten, dass man viele neue Freunde gewinnen kann, das gelang natürlich eher nicht. Geld ist nie genug da, weder für den Versorgungsbereich, noch für Fachgruppe, oder gar für die eigene Praxis. Gerechtigkeit unter Budgetbedingungen? Das kann und wird es niemals geben. Wenn selbst die (natürlich zu kleinen) verabredeten Preise nicht bezahlt werden, macht das mindestens schlechte Laune.

Und nun kommt der Gesundheitsminister daher und zieht den Kassen furchtlos "die Hosen runter". Alles Mögliche, Unmögliche und Corona wird mal schnell aus dem Gesundheitsfonds bezahlt, als sei der ein unerschöpfliches "Tischlein-Deck-Dich". Von der anderen Seite wird eine schwer gebeutelte Wirtschaft mit Argusaugen auf die Lohnnebenkosten blicken. Fazit: Die nächsten Jahre könnten für Gesundheitsfunktionäre ziemlich rau werden. Ich sage dann mal "Gutes Gelingen und Tschüss“. 

Zur Person 

Dr. Jörg Hermann, geboren am 23.3.1955 in Bremen, ist seit Januar 2011 Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Bremen. Nach zehn Jahren auf dieser Position beendet er seine Tätigkeit zum Ende des Jahres.