TK: Herr Dr. Brunkhorst, welche Bedeutung hat für Sie die Vernetzung im Gesundheitswesen?

Dr. Brunkhorst: Die Zusammenarbeit aller Bereiche, die an der medizinischen Versorgung von Patienten beteiligt sind, ist aus meiner Sicht enorm wichtig. Es gibt gute Beispiele, in denen es gelungen ist, die ambulante und die stationäre Versorgung zu verzahnen mit der Folge, dass die medizinische Behandlung für die Patienten effektiver gestaltet werden konnte.

Aber: Ein wichtiger Schlüssel ist die Kommunikation aller an der medizinischen Versorgung von Patienten beteiligten Akteure. Dazu bedarf es der digitalen Vernetzung aller relevanten Akteure, die einen inter- und intrasektoralen digitalen Austausch von Informationen erlaubt. Die TK wird ihren Versicherten noch in diesem Jahr eine transparente und zugleich sichere elektronische Gesundheitsakte zur Verfügung stellen. Aus Sicht der TK ist eine solche patientengesteuerte Datenplattform nicht nur zeitgemäß, sondern essenziell für Versorgungsqualität und Patientensicherheit.

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Dr. Johann Brunkhorst

TK: Wie kann die elektronische Gesundheitsakte (eGA) zur Vernetzung beitragen?

Dr. Brunkhorst: Perspektivisch soll die eGA die Daten des Versicherten von der Krankenkasse, den Arztpraxen und den Krankenhäusern zusammenführen. Ärzte sollen in Zukunft Diagnosen, Arztbriefe oder Röntgenbilder in die digitale Akte einstellen. Von den Krankenkassen kommen Abrechnungsdaten und Übersichten über die verordneten Arzneimittel. Damit wird erstmals möglich, dass Krankheits-, Diagnose- und Behandlungsgeschehen für den Versicherten und diejenigen, denen er Einblick gewähren möchte, umfassend abzubilden und so die Versorgung wesentlich zu verbessern.

Wir wollen mit unserer eGA der Vernetzung und Digitalisierung im Gesundheitswesen einen deutlichen Schub geben. Die Vernetzung verschiedener Akteure im Gesundheitswesen funktioniert nur, wenn der Zugang offen und der Nutzen für jeden Einzelnen hoch ist. Deshalb wird die eGA das elektronische Patientenfach, das ab 2019 auf der elektronischen Gesundheitskarte für alle Versicherten zur Verfügung steht, ebenfalls einbeziehen und damit eine Verknüpfung zur Telematik-Infrastruktur nutzen.

TK: Sie sprachen von guten Beispielen, in denen es gelungen ist die ambulante und die stationäre Versorgung zu vernetzen? Nennen Sie uns ein Beispiel.

Dr. Brunkhorst: Die TK hat mit der Schmerzklinik Kiel, dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein und über 400 niedergelassenen Schmerztherapeuten seit mehr als zehn Jahren ein bundesweites Netzwerk ins Leben gerufen und erfolgreich gearbeitet. Alle Partner sind spezialisiert auf eine fachübergreifende Versorgung von Patienten mit schweren chronischen Kopfschmerzen.

Die Schmerzklinik Kiel sichert die Abstimmung mit behandelnden Ärzten und Zentren, sie sorgt auch dafür, dass das Behandlungskonzept ständig innovativ erweitert wird. So haben wir auch die von Schmerzklinik und TK gemeinsam entwickelte Migräne-App eingebunden. Aktuell ist neu die Video-Sprechstunde zwischen Arzt und Patient nach einem stationären Aufenthalt in der Schmerzklinik realisiert worden, um den Behandlungserfolg langfristige zu stabilisieren.