Stuttgart, 19. August 2020. Jeder neunte Jugendliche in Baden-Württemberg leidet unter Kopfschmerzen: Bei 11,1 Prozent der 15- bis 19-Jährigen stellte ein Arzt 2018 diese Diagnose. Das geht aus dem Kopfschmerzreport der Techniker Krankenkasse (TK) hervor, der heute vorgestellt wurde. Damit klagen in Baden-Württemberg im Ländervergleich am wenigsten Jugendliche dieses Alters über Kopfschmerzen. In Berlin ist die Betroffenheit hingegen mit 15,1 Prozent am höchsten, der Bundesschnitt liegt bei 12,8 Prozent.

Medikamentenverordnungen im Land knapp unter Bundesschnitt

22,2 Prozent der Kinder und Jugendlichen von 0 bis 19 Jahren im Land mit entsprechender Diagnose wurden zur Behandlung der Kopfschmerzen Medikamente verordnet. In diesem Punkt liegt Baden-Württemberg nur knapp unter dem bundesweiten Schnitt von 22,6 Prozent. "Zwar erscheint eine Schmerztablette auf den ersten Blick als eine einfache Lösung, entscheidend ist aber, dass die Betroffenen lernen, wie sie den Kopfschmerzen auf eine andere Art begegnen oder ihnen vorbeugen können. Beispielsweise hilft ein digitales Schmerztagebuch dabei, Auslöser zu erkennen und die Krankheit besser verstehen zu lernen", erklärt Andreas Vogt, Leiter der TK-Landesvertretung in Stuttgart. 

Migräne-App kann helfen

Eine Hilfe für Betroffene kann die Migräne-App sein, die gemeinsam von Schmerzexperten der Schmerzklinik Kiel, der TK und Selbsthilfegruppen entwickelt wurde. Diese sei nicht nur für den Patienten, sondern auch für den Arzt sehr hilfreich, da er durch die exakte Dokumentation der Schmerzen und Medikamenteneinnahme bessere Auswertungsmöglichkeiten habe und die Therapie entsprechend ausrichten könne. Eine Studie bestätigt die Wirksamkeit der Anwendung. Nutzer gaben an, durchschnittlich drei Tage im Monat weniger an Kopfschmerzen zu leiden als ohne Nutzung der App. Das entspricht einer Reduktion von 25 Prozent.

Lüften und Trinken als Maßnahmen gegen Kopfschmerzen

Meist genannte Ursache von Kopfschmerzen waren in einer repräsentativen Forsa-Umfrage unter Erwachsenen Muskelverspannungen - etwa im Nacken oder Rücken. Diese waren für 64 Prozent der Teilnehmer im Land ein Auslöser der Beschwerden. Bei 61 Prozent macht sich eine mangelhafte Flüssigkeitszufuhr bemerkbar, genauso vielen macht das Wetter zu schaffen. Jeder Zweite reagiert mit Kopfschmerzen auf Stress und seelische Belastungen. Die Befragung zeigte auch, dass die Mehrheit der Menschen in Baden-Württemberg zunächst versucht, möglichst keine Medikamente einzunehmen (73 Prozent). Stattdessen sind folgende Maßnahmen beliebt: 88 Prozent sorgen bei Beschwerden für frische Luft; 78 Prozent versuchen, mehr zu trinken. Aber auch Schlafen (69 Prozent), Entspannung und das Massieren der Schläfen oder der Kopfhaut (jeweils 51 Prozent) gehören zu den häufigsten Strategien gegen Kopfschmerzen. 

Hinweis für die Redaktion

Der vollständige Kopfschmerzreport steht auf dem Presseportal der TK zur Verfügung (Suchnummer 2088710). Hier finden Sie auch weitere Informationen zum Report wie Infografiken und Interviews. Die Forsa-Umfrage unter 1.001 Befragten ab 18 Jahren wurde im Auftrag der TK Ende Februar und Anfang März 2020 durchgeführt.