Mainz, 7. September 2020. Anfang März diesen Jahres wurden die ersten Covid-19-Infektionen in Deutschland vermeldet. Nur knapp zwei Wochen später rief die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Corona-Pandemie aus. Wie eine aktuelle Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt, korreliert der Beginn der Corona-Krise mit einem sehr hohen Krankenstand bei TK versicherten Erwerbspersonen in Rheinland-Pfalz. Während sich der Krankenstand zu Ende März des Vorjahres auf 4,9 Prozent bezifferte, waren es im gleichen Zeitraum 2020 7,2 Prozent - 2,3 Prozentpunkte mehr. "Unsere Analyse zeigt aber auch, dass dieser ungewöhnlich hohe Anstieg des Krankenstandes nur in einem geringen Maß auf Covid-19-Diagnosen zurückzuführen ist", betont Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung. 

Krankenstand-Kurve flacht ab

Nach Angaben der TK fiel der Krankenstand bereits Mitte Juni 2020 wieder auf 2,13 Prozent und liegt somit weit unter dem Vorjahreswert von 2019 (3,8 Prozent). Der starke Rückgang des Krankenstandes bei TK-versicherten Erwerbstätigen im Land ist - wie Simon vermutet - auf verschiedene Faktoren zurück zu führen. Simon: "Zum einen zeigen die Daten, dass Maßnahmen, wie das Tragen eines Mundschutzes in geschlossenen Räumen und das Abstandhalten untereinander, durchaus effektiv sind. Zum anderen schützen diese natürlich auch vor anderen Infektionen, die zum Beispiel über Tröpfcheninfektion oder Aerosole übertragen werden können.

Lediglich bei 0,02 Prozent der TK-versicherten Erwerbspersonen in Rheinland-Pfalz war Mitte März eine Covid-19-Diagnose die Ursache für eine Krankschreibung. Im Mai und Juni waren dann nur noch 0,01 Prozent der Erwerbspersonen wegen einer Covid-19-Diagnose krankgeschrieben.

Vertrauen der Rheinland-Pfälzer in die Digitalisierung ist gestärkt

"Bei allen Schattenseiten, welche die Pandemie mit sich brachte, hat sie der Digitalisierung doch zu einem Schub verholfen", so TK-Landesvertretungsleiter Jörn Simon. Bei einer Forsa-Umfrage im Auftrag der TK gaben 40 Prozent der Befragten in Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland an, im beruflichen Kontext häufiger die Möglichkeit von Telefon- und Videokonferenzen zu nutzen. Simon weiter: "Auch die Option der ärztlichen Videosprechstunde wird seit Beginn der Pandemie immer häufiger genutzt, da sie das Infektionsrisiko maßgeblich senkt."

Hintergrund

Für die Sonderauswertung zur den Arbeitsunfähigkeiten im ersten Halbjahr 2020 hat die TK die Arbeitsunfähigkeitsdaten ihrer derzeit rund 5,3 Millionen versicherten Erwerbspersonen von 1. Januar bis Ende Juni 2020 ausgewertet. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von ALG-I.