Saarbrücken, 29. Juni 2020. Nach dem erhöhten Krankenstand von 7,95 Prozent im Saarland Ende März ist dieser Wert in den Monaten April und Mai 2020 deutlich zurückgegangen. Das geht aus einer Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) hervor. So fiel der Krankenstand im höchsten Wochenmittel im Mai auf 4,22 Prozent zurück. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres lag der Wert noch bei 4,64 Prozent. Der Krankenstand an der Saar ist im bundesweiten Vergleich dennoch hoch: Im Durchschnitt aller TK-versicherten Erwerbstätigen in Deutschland lag dieser im selben Zeitraum bei 3,47 Prozent. 

Auffälliger Rückgang bei Erkältungskrankheiten

Ein erheblicher Rückgang im Vergleich zu den vergangenen Jahren ist derweil bei den Arbeitsunfähigkeiten mit Erkältungskrankheiten zu beobachten. In einer Woche Ende Mai 2020 lag
der Krankenstand mit besagten Erkrankungen bei 0,2 Prozent. Im Vergleichszeitraum 2019 lag der Wert noch bei 0,49 Prozent, und auch 2018 lag er mit 0,3 Prozent darüber. "Im März haben sich vermutlich viele Saarländerinnen und Saarländer bei einfachen Erkältungskrankheiten krankschreiben lassen, um sich und andere nicht zu gefährden.

Der Rückgang im April und Mai 2020 deutet nun darauf hin, dass die zur Eindämmung der Corona-Pandemie empfohlenen, vestärkten Hygienemaßnahmen auch zu einem Rückgang anderer Infektionskrankheiten geführt haben", erklärt Stefan Groh, Leiter der TK-Landesvertretung Saarland. "Dieser Zusammenhang scheint sich auch mit Blick auf die vom Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlichten Zahlen der meldepflichtigen Infektionskrankheiten zu bestätigen, die einen deutlichen Rückgang etwa bei Infektionen mit Noro- und Rotaviren im Saarland im Vergleich zum Vorjahr belegen", so Groh. Neben verstärkten Hygienemaßnahmen spielen auch Faktoren wie vermehrtes Arbeiten im Homeoffice, eine unsichere Arbeitsmarktsituation sowie weniger Sport-, Schul- und Wegeunfälle eine Rolle beim Rückgang des Krankenstands, erklärt Groh. 

Hinweis für die Redaktion

Für die aktuelle Auswertung hat die TK die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ihrer rund 5,3 Millionen versicherten Erwerbspersonen, davon ca. 45.500 im Saarland, ausgewertet. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld I.