Mainz, 8. Juli 2020. Nachdem der Krankenstand Ende März in Rheinland-Pfalz ein Rekordhoch von 7,2 Prozent erreicht hatte, verzeichnete die Techniker Krankenkasse (TK) im April und Mai einen deutlichen Rückgang der Arbeitsunfähigkeitsmeldungen. So lag der Krankenstand im höchsten Wochenmittel im Mai nur noch bei 3,8 Prozent. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres lag der Wert sogar bei 4,3 Prozent. In die aktuelle Auswertung sind die Krankmeldungen der 247.000 rheinland-pfälzischen Erwerbstätigen, die bei der TK versichert sind, eingeflossen.

Im gleichen Zuge haben die Krankschreibungen wegen Erkältungskrankheiten abgenommen. Hatten sich Ende März noch 2,8 Prozent der Erwerbstätigen aufgrund von Husten, Schnupfen und weiteren Erkältungssymptomen arbeitsunfähig gemeldet, waren es Mitte Mai nur noch 0,26 Prozent.

Weniger Erkrankungen durch Kontaktminimierung

"Für den Rückgang der Arbeitsunfähigkeiten gibt es vermutlich mehrere Gründe", erklärt Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung Rheinland-Pfalz. "Haben sich im März am Anfang der COVID-19-Pandemie vermutlich noch viele Menschen bei einfachen Erkältungskrankheiten krankschreiben lassen, um sich und andere zu schützen, ging die Erkältungssaison im April und Mai zu Ende. Die verbesserten Hygiene-Maßnahmen und geringeren Kontakte mit Mitmenschen durch Home-Office und Kurzarbeit haben sicherlich auch dazu geführt, dass übertragbare Erkrankungen zurückgegangen sind. Hinzu kommen weniger Sport- und Wegeunfälle, aber auch äußere Faktoren wie eine unsichere Arbeitsmarktsituation. Letzteres führt erfahrungsgemäß zu niedrigeren Krankenständen."

Verantwortungsvoller Umgang der Arbeitnehmer

Obwohl es bis Ende Mai die Möglichkeit gegeben habe, sich bei Erkrankungen der oberen Atemwege telefonisch krankschreiben zu lassen, sei der von den Arbeitgebern befürchtete dauerhafte Anstieg ausgeblieben. "Die Arbeitnehmer können mit diesem Instrument offensichtlich verantwortungsvoll umgehen, wie anhand der Zahlen zu sehen ist. Ich gehe davon aus, dass sich dies auch bei der Video-Sprechstunde zeigen wird, wenn diese künftig häufiger zum Einsatz kommt", so Simon. 

Hinweis für die Redaktion

Für die Sonderauswertung hat die TK die Arbeitsunfähigkeitsdaten ihrer derzeit rund 5,3 Millionen versicherten Erwerbspersonen, darunter rund 247.000 Erwerbspersonen aus Rheinland-Pfalz, ausgewertet. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von ALG-I.