Mainz, 4. Februar 2021. Der Krankenstand der bei der Techniker Krankenkasse (TK) in Rheinland-Pfalz versicherten 250.000 Erwerbstätigen ist im vergangenen Jahr leicht auf 4,4 Prozent gesunken (2019: 4,46 Prozent). Er liegt allerdings 6,6 Prozent über dem bundesweit ermittelten Wert von 4,13 Prozent. Statistisch gesehen war somit jede Erwerbsperson im Bundesland durchschnittlich 16,1 Tage krankgeschrieben, etwas weniger als 2019 (16,3 Tage).

Insgesamt registrierte die TK in Rheinland-Pfalz im vergangenen Jahr rund 255.000 Krankheitsfälle - 38.000 weniger als 2019 - und über vier Millionen Fehltage aufgrund von Erkrankungen von Erwerbstätigen. Je versicherter Erwerbsperson sank die Zahl der Krankschreibungen um 15 Prozent von 1,2 auf 1,02 Fälle. 

"Trotz der unkomplizierten Möglichkeit, sich bei Erkältungskrankheiten telefonisch oder per Videosprechstunde ein Attest ausstellen zu lassen, ist die Zahl der Krankschreibungen und der Krankheitstage insgesamt zurückgegangen", erklärt Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung Rheinland-Pfalz. Diese Optionen waren zur Kontaktvermeidung während der Coronapandemie eröffnet worden. "Das zeigt, dass die Versicherten mit diesen Instrumenten sehr gewissenhaft umgehen", so Simon weiter.

Rückenschmerzen, psychische Erkrankungen, Atemwegsinfekte                                                

Hauptursache von Krankschreibungen waren in 2020 Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und Diagnosen von psychischen Störungen (jeweils rund drei Fehltage pro Person) sowie Krankheiten des Atmungssystems (2,5 Fehltage pro Person). "Fast jeder fünfte Fehltag war bedingt durch Muskel-Skelett-Erkrankungen wie beispielsweise Rückenschmerzen. Hier gab es ein Plus von drei Prozent zum Vorjahr. Auch die AU-Tage aufgrund von psychischen Erkrankungen haben vergleichsweise leicht um 1,9 Prozent zugenommen - nach acht Prozent Steigerung in 2019", erläutert der TK-Landeschef. "Bei den Krankschreibungstagen wegen einer Atemwegserkrankung haben wir hingegen einen Rückgang von 1,9 Prozent registriert. Sie sind somit noch unter das relativ niedrige Vorjahresniveau gefallen, was vermutlich großteils auch auf die Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln zurückzuführen ist", sagt Simon.

TK-DepressionsCoach bei psychischen Erkrankungen

"Trotz der Belastungen durch Corona sind die Fehlzeiten wegen psychischer Diagnosen nur moderat gestiegen. Allerdings zählen wir fast 750.000 Krankheitstage bei TK-versicherten Erwerbstätigen", stellt Simon fest. Für Menschen mit leichten bis mittelschweren depressiven Erkrankungen hat die TK den TK-DepressionsCoach entwickelt und seine Wirkung in einer Studie mit mehr als 1.000 Teilnehmer:innen überprüft. Das Ergebnis: Es geht den Nutzer:innen deutlich besser und sie erleben das digitale Angebot als große Hilfe. Simon: "Die wissenschaftliche Evaluation des TK-DepressionsCoaches hat gezeigt, dass dessen Nutzung die depressiven Symptome der Teilnehmer im Durchschnitt von einem mittleren Schweregrad auf einen klinisch nicht mehr bedeutsamen Wert verbessert."

Hinweis für die Redaktion:

Die Zahlen stammen aus Vorabdaten des TK-Gesundheitsreports 2021, der im Frühjahr erscheint. Grundlage bilden 5,4 Millionen bei der TK versicherte Erwerbspersonen, davon rund 250.000 aus Rheinland-Pfalz. Dazu gehören sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sowie Empfänger des Arbeitslosengeldes I.
Mehr Informationen zum TK-DepressionsCoach gibt es unter www.tk.de