Frankfurt am Main, 7. März 2019. Berufstätige in Hessen waren im vergangenen Jahr pro Kopf durchschnittlich 15,4 Tage krankgeschrieben - so viel wie noch nie in den letzten 20 Jahren seit Beginn der Gesundheitsberichterstattung der Techniker Krankenkasse (TK). Hauptursachen für den hohen Krankenstand sind neben einer heftigen Erkältungs- und Grippewelle im vergangenen Jahr ein erneuter Anstieg der Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen. Zudem schlagen sich hohe Fehlzeiten wegen Muskel-Skelett-Erkrankungen, zu denen beispielsweise Rückenbeschwerden zählen, in den Arbeitsunfähigkeitsdaten nieder. Darauf weist die TK in Hessen hin und bezieht sich auf erste Vorab-Daten aus ihrem Gesundheitsreport 2019.

Aufgrund der Erkältungswellen im letzten Jahr gingen allein 2,7 Tage pro Kopf auf das Konto von Atemwegserkrankungen. Psychische Krankheiten und Muskel-Skelett-Erkrankungen waren mit jeweils 2,6 Tagen weitere Hauptursachen der hohen Fehlzeiten. "Gegen Erkrankungen, die auf Bewegungsmangel zurückgehen oder durch Stress verursacht werden, können Arbeitgeber mit Maßnahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements viel erreichen, um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter in der sich ständig wandelnden Arbeitswelt zu erhalten“, sagt Dr. Barbara Voß, Leiterin der TK-Landesvertretung Hessen. 

Aus Sicht der TK wird es gerade angesichts älter werdender Belegschaften und längerer Lebensarbeitszeiten für die Unternehmen wichtiger, Belastungen am Arbeitsplatz entgegenzuwirken und die Gesundheit und Motivation ihrer Mitarbeiter positiv zu beeinflussen. "In unserer modernen, agilen Arbeitswelt haben sich mit der Digitalisierung die Kommunikation, die meisten Arbeitsprozesse und auch die Rolle der Beschäftigten im Betrieb tiefgreifend verändert. Die Reiz- und Informationsüberflutung und Multitasking haben deutlich zugenommen. Mitarbeiter müssen sich ständig an schnelllebige, veränderte Rahmenbedingungen anpassen. Das hat Auswirkungen auf die Gesundheit jedes einzelnen und bedeutet eine große Herausforderung sowohl für Mitarbeiter als auch für Führungskräfte“, so Voß. 

Im Rahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung unterstützt die TK Betriebe unter anderem zum Thema Gesundheitsförderung in der digitalen Gesellschaft. Hierfür bietet die TK einen digitalen GesundheitsCoach an. Mitarbeiter können das interaktive Coaching-Angebot nutzen und sich zu individuellen Gesundheitsthemen wie Stressbewältigung, Bewegung oder Ernährung unterstützen lassen. Zudem berät die TK Unternehmen, wie die Resilienz der Mitarbeiter, also ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Belastungen, Dauerstress und Veränderungen gestärkt und die Ressourcen der Beschäftigten altersgerecht genutzt und gefördert werden können. 

Hinweise an die Redaktionen

Für die Vorab-Auswertung des Gesundheitsreports 2019 hat die TK die Krankschreibungen der derzeit knapp 5,2 Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen ausgewertet, darunter 467.114 Erwerbspersonen aus Hessen. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von ALG-I. 

Daten zum Krankenstand, zu Arbeitsunfähigkeitsfällen und -tagen können interessierte Nutzer, die sich für die Gesundheit der Beschäftigten interessierten, über das Fehlzeitentool der TK online abrufen. Das TK-Fehlzeitentool ist auf www.tk.de unter der  Suchnummer 2030888 abrufbar.