"Unsere Ziele sind die Verbesserung der hausärztlichen Versorgung auf dem Land sowie die Förderung und Sicherung der hohen Qualität in der Hausarztpraxis", so der Vorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbandes, Dr. Markus Beier, und der Chef der TK in Bayern, Christian Bredl.

Erstattung erhöht sich auf bis zu 600 Euro

Christian Bredl sagte: "Auch im nächsten Jahr können sich Medizinstudierende, die ihre hausärztliche Famulatur in einer bayerischen Landarztpraxis absolvieren wollen, Unterbringungs- und Reisekosten bis zu 500 Euro erstatten lassen." Neu ist, dass sich die Erstattungsgrenze sogar auf 600 Euro erhöht, wenn die Famulatur-Praxis mehr als 80 Fahrtkilometer vom Universitätsstandort entfernt liegt.

100 Studenten unterstützt

Das Förderprojekt mit dem Bayerischen Hausärzteverband, bei dem das Interesse an der Hausarztmedizin geweckt werden soll, gibt es seit 2015. Rund 100 Studierende wurden seit Projektbeginn dabei unterstützt, die facettenreiche Tätigkeit eines Landarztes kennenzulernen.

"In unseren Erfahrungsberichten schildern die Famulanten vor allem, wie positiv überrascht sie von der vielfältigen und anspruchsvollen Arbeit der Hausärztinnen und Hausärzte gerade in ländlichen Regionen sind. Wir müssen noch viel Aufklärungsarbeit leisten, damit die hausärztliche Versorgung auch auf dem Land erhalten bleibt", so Dr. Beier.

Hausarztberuf für Junge attraktiver machen

Da die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und auch ein wirksamer Ausgleich zwischen Arbeit und Freizeit für junge Studierende immer mehr an Stellenwert gewinnen, interessieren sich immer mehr junge Ärztinnen und Ärzte für die Arbeit in Praxen mit mehreren Ärztinnen und Ärzten. "Wir müssen den Hausarztberuf daher gerade für junge Familien attraktiver machen", sagte Dr. Beier. Als Lösung nannte er Gemeinschaftspraxismodelle, die sowohl örtlich als auch überörtlich organisiert sind. Dr. Markus Beier: "Gerade überörtliche Gemeinschaftspraxen bieten viele Vorteile und können die Versorgungsnachfrage bewältigen und gleichzeitig flexible Arbeitszeiten bieten."

Leistungen ohne Mengenbegrenzung

Christian Bredl schlug außerdem vor, dass für bestimmte Landärzte die Budgetierung entfallen sollte: "Ein deutliches Signal zur Förderung der Niederlassung in unterversorgten Bereichen wäre es, wenn für die dort tätigen Ärzte die Honorarverteilung ausgesetzt und ihre erbrachten vertragsärztlichen Leistungen ohne Mengenbegrenzung als Einzelleistungsvergütung nach dem EBM vergütet würden."

Infektionen vorbeugen

Einverständnis zwischen den beiden gesundheitspolitischen Akteuren gab es auch beim Thema Hygiene in Hausarztpraxen. Die TK unterstützt nächstes Jahr  sieben Fortbildungsveranstaltungen des Bayerischen Hausärzteverbandes in Bayern zum Thema Hygienemanagement.

Transparenz über Hygiene-Maßnahmen

"Primäres Ziel ist es, Infektionen bei Patienten und Medizinischem Fachpersonal  vorzubeugen", so Dr. Beier. Außerdem legen Patienten laut Beier immer mehr Wert auf das Thema Hygiene. Laut einer Umfrage im Auftrag der Bertelsmann Stiftung und der Weißen Liste wünschen sich 90 Prozent der Befragten mehr Transparenz über Hygiene-Maßnahmen in den Arztpraxen. "Hygiene ist ein wichtiges Aushängeschild", so der Vorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbandes.

Hygiene ist ein top aktuelles Thema

Christian Bredl ergänzte: "Gerade im weltweiten Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen ist Hygiene ein top aktuelles Thema." Ein gutes Hygienemanagement in der Praxis reduziert die Keimbelastung, verhindert die Ausbreitung von Krankheitserregern und damit die Entstehung von Infektionskrankheiten, die dann mit Antibiotika behandelt werden müssen.

"Wir unterstützen den Bayerischen Hausärzteverband bei dieser Fortbildungsreihe auch deshalb, weil es sich um pharma-unabhängige Schulungen handelt. Durch die zusätzliche Förderung der TK liegt die Teilnahmegebühr für Mitglieder des Bayerischen Hausärzteverbandes bei nur 40 Euro. Inhaltlich ist für die Fortbildung der Hausärzteverband alleine verantwortlich", so Bredl weiter.

Aktuelle Zahlen zur Hausarzt-Versorgung in Bayern:

  • Durchschnittliches Alter der Hausärzte in Bayern: 55,3 Jahre (35,5 Prozent über 60 Jahre)
  • Anzahl der in einer Hausarzt-Praxis angestellten Ärzte in Bayern: 1.391
  • Anzahl der Hausärztinnen in Bayern: rund 8.690, davon 41 Prozent weiblich und 59 Prozent männlich
  • Anzahl der Studenten, die sich nach ihrem Medizinstudium für eine Hausarzt-Tätigkeit entscheiden: 1.203 Ärzte in Weiterbildung
  • Anzahl der von hausärztlicher Unterversorgung bedrohten Bereiche in Bayern: Aktuell 12

Quelle: Kassenärztliche Vereinigung Bayerns

Hygieneschulungen 2019:

  • 20. März: Parkhotel Crombach, Kufsteiner Str. 2, 83022 Rosenheim
  • 10. April: Bio Hotel Bayerischer Wirt, Neuburger Str. 122, 86167 Augsburg
  • 10. April: Maritim Hotel, Frauentorgraben 11, 90443 Nürnberg
  • 8. Mai: Holiday Inn, Inselkammerstr. 7-9, 82008 München-Unterhaching
  • 26. Juni: Arvena Kongress, Eduard-Bayerlein-Str. 5a, 95445 Bayreuth
  • 3. Juli: St. Raphael im Allgäu, Bischof-Freundorfer-Weg 24, 87439 Kempten
  • 10. Juli: Hotel ibis Regensburg City, Furtmayrstr. 1, 93053 Regensburg

Die Anmeldung erfolgt beim Bayerischen Hausärzteverband.