Hamburg, 22. März 2019. Erstmals waren im Jahr 2018 Erkrankungen der Atemwege zweitwichtigster Grund für eine Krankschreibung in Hamburg. Im Schnitt fehlten die Erwerbstätigen der Hansestadt deshalb zweieinhalb Tage bei ihrer Arbeit - ein Anstieg um neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das zeigen die Vorabdaten des Gesundheitsreports der Techniker Krankenkasse (TK). Maren Puttfarcken, Leiterin TK-Landesvertretung Hamburg: "Die Hamburger blieben im vergangenen Jahr von den Erkältungswellen im Februar und November nicht verschont, wie uns ihre Fehlzeiten beweisen. Allerdings bewegen sich die Zahlen im bundesweiten Schnitt: Wenn wir uns die Fehltage anschauen, hat es die Hanseaten nicht schlimmer getroffen als die Erwerbstätigen in anderen Bundesländern."

Leichter Anstieg der Fehltage im Vergleich zu 2017


Insgesamt waren die Erwerbstätigen in der größten Stadt Norddeutschlands 2018 durchschnittlich 15,3 Tage krankgeschrieben - 0,1 Tage mehr als 2017. Die Krankheitsfälle stagnierten 2018 im Vergleich zum Vorjahr nahezu: Im Schnitt war jeder Hamburger 1,2 Mal krankgeschrieben (2017: 1,1). Der Krankenstand fiel in der Metropole dementsprechend ebenfalls nur leicht höher aus als im Jahr zuvor. Statistisch gesehen fehlten jeden Tag 4,2 Prozent der Beschäftigten am Arbeitsplatz (2017: 4,17 Prozent). Einzig die durchschnittliche Dauer einer Krankschreibung ist gesunken - auf 13,2 Tage (2017: 13,4 Tage). "Vor zwei Jahren haben wir insgesamt zwar weniger Krankschreibungen erhalten - dafür waren die Hamburger im Schnitt länger krankgeschrieben. Dieses Phänomen hat sich 2018 nicht wiederholt", sagt Maren Puttfarcken.

Psychische Störungen: Hamburger fehlen einen halben Tag mehr
Hauptursache für Arbeitsunfähigkeit bleiben in der Hansestadt weiterhin psychische Erkrankungen mit 3,3 Krankheitstagen pro Kopf. Hamburg liegt damit, wie im Jahr zuvor, deutlich über dem bundesweiten Schnitt von 2,7 Tagen. "Aber wir sehen hier - entgegen dem Bundestrend - einen leichten Rückgang um 1 Prozent", so Puttfarcken. "Damit setzt sich der Trend fort, denn 2016 waren psychische Erkrankungen noch Grund für 3,4 und 2015 sogar für 3,5 Fehltage."

Hamburger seltener wegen Muskel-Skelett-System krank


Leiden am Muskel-Skelett-System stehen bei Krankschreibungen nun an dritter Stelle in der Metropole an der Elbe. Mit 2,3 Tagen im Jahr 2018 gehen die Fehlzeiten im Vergleich zum Vorjahr weiter zurück (-7 Prozent). Davon entfielen in Hamburg allein 1,1 Fehltage auf Rückenbeschwerden. "Mitunter können Rückenschmerzen lebensstil- oder arbeitsbedingt sein. Daher sehen wir sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer in der Pflicht. Dass die Zahlen nun weiter sinken, könnte ein Anzeichen dafür sein, dass die Hamburger etwa Bewegungsmangel und Stress als Auslöser für Rückenbeschwerden besser entgegenwirken", vermutet Puttfarcken.

Pilotprojekt: Krankschreibung einfach vom Arzt zum Arbeitgeber


Wenn ein Arbeitnehmer krank ist, muss er bisher die Durchschläge der Krankschreibung seiner Krankenkasse und seinem Arbeitgeber vorlegen. Für TK-Versicherte, die am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein arbeiten oder bei der TK beschäftigt sind, ist die Krankmeldung nun unbürokratischer und papierlos möglich. Stimmen sie einer Übermittlung zu, leitet ihr behandelnder Arzt den Krankenschein auf digitalem Weg an die TK weiter. Der Arbeitgeber kann den gelben Schein dann einfach digital anfordern. Die Beschäftigten müssen sich nur noch telefonisch bei ihrem Arbeitgeber krankmelden.

Hinweis für die Redaktionen


Die Zahlen stammen aus den Vorabdaten des TK-Gesundheitsreports 2019, der im Frühjahr erscheinen wird. Grundlage bilden die Daten der knapp 5,2 Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen. Dazu gehören sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sowie Empfänger des Arbeitslosengeldes I. In Hamburg sind 227.000 Erwerbspersonen bei der TK versichert. Die Kurzübersicht Fehlzeiten 2019 sowie die Gesundheitsberichte der Vorjahre sind auf  www.tk.de/gesundheitsreport verfügbar.
Weitere Informationen zur elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung sowie Fragen und Antworten zur eAU sind online unter tk.de verfügbar.