Stattdessen konnten sich mehr als zwanzig Studentinnen und Studenten an drei Tagen für jeweils 2,5 Stunden in den virtuellen Tourbus einloggen.

TK: Herr Vogt, seit 2014 geht die TK-Landesvertretung mit Medizinstudierenden auf Tour. Auch Sie waren streckenweise immer mit von der Partie. Haben Sie die Fahrt im Bus vermisst?

Andreas Vogt

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Leiter TK-Landesvertretung Baden-Württemberg

Andreas Vogt: Natürlich war es schade, dass wir den Studierenden neben wertvollen Inhalten und Begegnungen nicht auch die landschaftlichen Schönheiten Baden-Württembergs präsentieren konnten. Trotzdem ist uns die Transformation in ein virtuelles Format meines Erachtens gut gelungen.

Das Wichtigste war für mich, dass wir unser mit der TK-DocTour verbundenes Ziel auch unter Corona-Bedingungen erreichen, nämlich an einer Niederlassung interessierte Studierende mit erfahrenen Praktikern zusammenzubringen und sie umfassend über Arbeitsmodelle und Fördermöglichkeiten zu informieren.

TK: Mit der Online-Veranstaltung haben Sie Neuland betreten. Worin liegen für Sie die Stärken und Schwächen eines solchen Formats?

Vogt: Ein Vorteil ist sicherlich, dass wir mehr Interessierten eine Teilnahme ermöglichen konnten. Bei der Bus-Variante ist die Teilnehmerzahl auf insgesamt zwölf Studierende begrenzt. Wir haben allerdings auch die virtuelle Runde bei 25 geschlossen, um eine persönliche Vorstellung und mit einem Talk-together am Abend etwas mehr Nähe zu ermöglichen. Das ist nur begrenzt gelungen. Die persönlichen Gespräche am Frühstückstisch oder abends im Biergarten kann so etwas nicht ersetzen.

Die Vermittlung von fachlichen Informationen durch Dr. Fechner und Herrn Portenhauser von der Kassenärztlichen Vereinigung (KVBW) hat dagegen sehr gut funktioniert und die  Studierenden konnten über den Chat jederzeit ihre Fragen stellen.

Die Regiopraxis in Baiersbronn haben wir sogar vorab mit einem Filmteam besucht und so einen Praxisbesuch ermöglicht, der einer Vor-Ort-Besichtigung in nichts nachstand. Das hat die anschließende Diskussion mit dem Ärztlichen Leiter Dr. von Meißner gezeigt. 

Unser Talk zu den Möglichkeiten der Digitalisierung wäre als Präsenzveranstaltung kaum realisierbar gewesen, da wir dafür vier Experten aus ganz Deutschland zugeschaltet hatten. Die Studierenden kamen zwar auch bisher aus dem ganzen Bundesgebiet zur Tour nach Baden-Württemberg, aber dieses Mal hatten wir sogar eine Teilnehmerin, die in Vilnius studiert, dabei. Die Reichweite ist sozusagen unbegrenzt.

TK: Wie lautet dann Ihr Fazit - bleibt der Bus auch künftig im Depot und die TK-DocTour wird dauerhaft virtuell angeboten?

Vogt: Diese Entscheidung haben ich und vor allem mein Organisationsteam noch nicht endgültig getroffen. Was man aber sicher sagen kann ist, dass wir durch die virtuelle DocTour viel über die Erfordernisse und auch Fallstricke einer solchen Online-Veranstaltung gelernt haben. Mit Sicherheit werden wir diese Erfahrungen in den kommenden Wochen und Monaten auf Formate mit anderen Themen und Teilnehmerkreisen anwenden können. Auch das ist neben dem positiven Feedback, das wir von den Referenten und Teilnehmern bekommen haben, ein wertvoller Gewinn.

TK-DocTour 2020

Ein Rundgang durch die Praxis der "Hausärzte am Spritzenhaus" in Baiersbronn.