Gemeinsames Projekt von TK, Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) und weiteren Partnern unter der Führung des Instituts für Allgemeinmedizin der Goethe-Universität Frankfurt.

Herr Vogt, was steckt hinter "Critical Incident Reporting System" oder kurz CIRS?

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Andreas Vogt, Leiter TK-Landesvertretung Baden-Württemberg

Die niedergelassenen Ärzte in Baden-Württemberg bieten medizinische Versorgung auf einem hohen Niveau an, wie der aktuelle Versorgungsbericht der KV wieder gezeigt hat. Dennoch gibt es immer die Möglichkeit, noch besser zu werden und aus Fehlern zu lernen.

Dieses Prinzip steckt in den Berichts- und Lernsystemen, "Critical Incident Reporting System" oder kurz CIRS genannt. Die Systeme ermöglichen Haus- und Fachärzten und ihren Teams, Schwachpunkte und Risiken in den Arbeitsabläufen zu identifizieren und aus dem offenen Austausch über Fehler zu lernen. Dadurch können Probleme in der Praxis vermieden werden, bevor sie überhaupt entstehen.

Das gemeinsame Projekt von TK, Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) und weiteren Partnern unter der Führung des Instituts für Allgemeinmedizin der Goethe-Universität Frankfurt wird vom bundesweiten Innovationsfonds finanziell gefördert.

Wie können teilnehmende Praxen profitieren?

Teilnehmende Praxen profitieren in vielen Bereichen. Sie werden dabei unterstützt, ein Berichts- und Lernsystem nachhaltig umzusetzen. Dabei entscheiden sie selbst über die Art des Systems, das sie für ihr praxisinternes Fehlermanagement nutzen möchten. Außerdem können sie Workshops besuchen, erhalten praxisrelevante Materialien sowie Newsletter und können an Online-Schulungen teilnehmen. Zurzeit nutzen bereits 120 Arztpraxen aus ganz Deutschland dieses Angebot. Das entspricht einer Teilnehmeranzahl von über 1.300 Ärzten und deren Teammitgliedern.

Interessierte Praxen haben noch bis Ende Oktober 2018 die Möglichkeit, sich für eine Teilnahme zu melden.

Warum engagiert sich die TK in diesem Bereich?

Bei dem Projekt geht es um Patientensicherheit, den Einsatz und die Verknüpfung von Routinedaten für eine bessere Gesundheitsversorgung und die Wirtschaftlichkeit von Gesundheitsleistungen. Es ist als ein Forschungsvorhaben mit dem Ziel, unser Gesundheitswesen besser zu machen - deshalb auch die Förderung durch den Innovationsfonds. Dies kommt unseren Versicherten unmittelbar zugute.

Praxen, die sich an CIRS beteiligen, tragen so auch dazu bei, das Programm noch besser zu machen: Projektmitarbeiter erfassen zunächst über qualitative Interviews mit Praxisteams deren Erfahrungen mit CIRS  und welche Anforderungen sie daran stellen. Dann erarbeitet das Projekt auf breiter Basis Empfehlungen, wie die Nutzung optimiert werden kann.