Die TK hat die Impfraten der 2017 und 2016 geborenen und durchgängig bei der TK versicherten Kinder ausgewertet. 

TK: Herr Vogt, die TK hat die Impfraten bei heute zwei- bis vierjährigen Kindern ausgewertet. Wie sehen die Ergebnisse für Baden-Württemberg aus?

Andreas Vogt: Nur 46,7 Prozent der im Jahr 2017 in Baden-Württemberg geborenen Kinder haben in den ersten zwei Lebensjahren alle dreizehn von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Impfungen vollständig erhalten. Die Quote ist im Vergleich zu den im Jahr 2016 geborenen Kindern etwas angestiegen. Bei dieser Kindergruppe waren im Südwesten nur 44,9 Prozent innerhalb der ersten zwei Lebensjahre komplett gegen Masern, Keuchhusten und Co. geimpft, also inklusive aller Teilimpfungen.

Andreas Vogt

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Leiter TK-Landesvertretung Baden-Württemberg

Bis zu ihrem zweiten Geburtstag sind 4,1 Prozent der 2017 in Baden-Württemberg geborenen Kinder gar nicht geimpft worden. Dieser Wert ist im Vergleich zu den ein Jahr vorher auf die Welt gekommenen Kindern praktisch gleichgeblieben. Von den 2016 Geborenen waren 4,2 Prozent ungeimpft.

TK: In Baden-Württemberg sind die Impfquoten traditionell schlecht. Wie sieht der Vergleich mit anderen Bundesländern aus? 

Andreas Vogt: Beim Blick auf die Unterschiede zwischen den Bundesländern zeigt sich, dass der Auswertung nach in Bezug auf die 2017 Geborenen die meisten Kinder in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern (jeweils etwa 59 Prozent) sowie Sachsen-Anhalt (55,6 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (54,8 Prozent) vollständig geimpft sind.

Die meisten Kinder, die bis zu ihrem zweiten Geburtstag gar keine Impfung erhalten haben, leben demnach in Sachsen (6,8 Prozent) und Bayern (4,7 Prozent).

TK: Warum ist Impfen bei Kleinkindern wichtig?

Andreas Vogt: Röteln, Masern und Co. sind nicht die harmlosen Kinderkrankheiten, für die sie oft noch gehalten werden. Gerade Masern werden viel zu häufig unterschätzt. Sie sind hoch ansteckend und können sogar tödliche Folgen haben. Europaweit wurden im vergangenen Jahr über 13.000 Masernfälle gemeldet, in Deutschland insgesamt 514, davon 73 in Baden-Württemberg. Den besten Schutz vor Masern und anderen Infektionskrankheiten bieten Impfungen. Sie sorgen meist für eine lebenslange Immunität.

Nicht geimpft zu sein, bedeutet nicht nur eine erhebliche Gefahr für das körperliche Wohlergehen der betroffenen Kinder selbst, sondern auch ein Risiko für andere Personen, die zum Beispiel aufgrund ihres Alters oder besonderer gesundheitlicher Einschränkungen nicht geimpft werden können.