Mainz, 14. Januar 2020. Am Donnerstag stimmt der Bundestag darüber ab, wie die Organspende künftig in Deutschland geregelt sein soll. Zwei Gesetzentwürfe liegen auf dem Tisch, und weil das Thema sensibel ist, können die Bundestagsabgeordneten ohne Fraktionszwang über die jeweiligen Vorschläge abstimmen.

Wie stehen Rheinland-Pfalz, Hessen und das Saarland zur Organspende? 

Aber wie bewerten eigentlich die Bürger in Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland das Thema Organspende? In einer Forsa-Umfrage hat die Techniker Krankenkasse (TK) dies ermittelt. Wichtigstes Ergebnis: 77 Prozent der Befragten stehen dem Thema Organspende eher positiv gegenüber. Damit sind die Einwohner der drei Bundesländer um einiges kritischer als der Rest der Republik und liegen weit hinter allen anderen Bundesländern. Bundesweit schätzen nämlich 84 Prozent der Befragten Organspende positiv ein. Eher negativ beurteilen an Rhein, Main und Saar 13 Prozent der Umfrageteilnehmer das Thema (bundesweit acht Prozent) und neutral jeder Zehnte (Bund: acht Prozent).

Noch nicht einmal jeder Zweite hat einen Organspendeausweis

Wenn es konkret darum geht, die persönliche Entscheidung für oder gegen eine Organspende in einem Ausweis zu dokumentieren, nutzen lediglich 43 Prozent der Befragten in den drei Bundesländern diese Möglichkeit. 16 Prozent der Ausweisinhaber widersprechen darin einer Organspende, die große Mehrheit bejaht sie. Von den Befragten, die keinen Organspendeausweis besitzen, würden zwei Drittel mit großer Wahrscheinlichkeit Organe spenden, 13 Prozent lehnen dies komplett ab.

Schwierige Situation für die Angehörigen 

"Die Umfrageergebnisse zeigen, dass ein fehlender Organspendeausweis nicht mit einer mangelnden Bereitschaft zur Organspende gleichzusetzen ist. Jedoch ist es für die Angehörigen im Falle eines Falles unter Umständen schwer einzuschätzen, was der Betroffene sich gewünscht hätte. Deshalb ist es - unabhängig davon, wie die Entscheidung im Bundestag ausgehen wird - wichtig, seinen Willen rechtzeitig zu dokumentieren", appelliert Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung in Rheinland-Pfalz.

Hinweis für die Redaktion 

Für die repräsentative Forsa-Umfrage wurden im Zeitraum vom 4. bis 16. Dezember 2019 bundesweit 1002 Menschen ab 18 Jahre befragt. Zahlen zu der Zahl der Organspenden in Rheinland-Pfalz finden Sie unter www.tk.de/rp. Weitere Info-Materialien zum Thema Organ- und Gewebespenden gibt es online auf tk.de , Suchnummer 2022452. Ein Organspendeausweis steht auf tk.de , Suchnummer 2013420, zur Verfügung.