Stuttgart, 18. Februar 2022. Das pandemiebedingte Kinderkrankengeld wurde in Baden-Württemberg nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres häufiger beantragt als das klassische krankheitsbedingte Kinderkrankengeld. "Von Januar bis Juni 2021 gingen bei der TK im Land 19.393 Anträge auf das pandemiebedingte Kinderkrankengeld ein, das 2021 neu eingeführt wurde, um die Kinderbetreuung bei Kita- und Schulschließungen zu ermöglichen - für die Betreuung eines kranken Kindes wurde in diesem Zeitraum lediglich in 11.189 Fällen Kinderkrankengeld beantragt", erklärt Nadia Mussa, Leiterin der TK-Landesvertretung.

2021 erkrankten Kinder deutlich häufiger als im Vorjahr 

Mit einer Gesamtzahl von rund 60.000 hat sich die Zahl der Anträge 2021 gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt: "Da es 2020 noch kein pandemiebedingtes Kinderkrankengeld gab, und aufgrund der Kontaktbeschränkungen und Hygienevorgaben deutlich weniger Kinder krank wurden, sank die Zahl der Anträge entsprechend auf rund 27.750", erläutert Mussa. Dieser Effekt war 2021 allerdings nicht mehr zu beobachten. Besonders in den Sommermonaten erkrankten ungewöhnlicherweise viele Kinder, so dass Kinderärzte einen Nachholeffekt bei den Virusinfekten vermuteten. Die Zahl der Anträge auf krankheitsbedingtes Kinderkrankengeld entsprach 2021 mit 38.334 in etwa dem Vor-Corona-Jahr 2019 (39.450) 

Wenig erhöhtes Engagement von Vätern

Ein kleiner Unterschied ergab sich bei der Geschlechterverteilung: In den letzten Jahren lag der Anteil der bei der TK in Baden-Württemberg versicherten Männer, die zur Pflege eines kranken Kindes zuhause blieben, relativ konstant um 28 Prozent. Bei der pandemiebedingten Betreuung sahen sich 2021 nun fast 35 Prozent der Väter in der Pflicht.

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