Mainz, 29.06.2020. Laut dem aktuellen Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK), ist die Zahl der psychisch bedingten Fehltage in Rheinland-Pfalz im vergangenen Jahr erneut angestiegen. Demnach seien rheinland-pfälzische Beschäftigte mit Versicherung bei der TK 2019 im Schnitt knapp drei Tage (2,94) wegen psychischer Leiden arbeitsunfähig gewesen. Erwerbstätige im Land blieben somit aufgrund einer psychischen Diagnose knapp einem halben Tag mehr der Arbeit fern als der Bundesschnitt.

"Wir beobachten schon seit einigen Jahren, dass die Zahl der Krankheitstage wegen psychischer Erkrankungen kontinuierlich ansteigt", bestätigt Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung in Mainz. "Zehn Jahre zuvor beispielsweise gingen noch knapp zwei Fehltage (1,8) auf das Konto psychischer Leiden", gibt Simon zu bedenken. Parallel dazu seien auch die definierten Tagesdosen (DDD) zur medikamentösen Behandlung von "Erkrankungen des Nervensystems" um 43 Prozent in dieser Dekade gestiegen (von 17,6 auf 25,2). Zu den am häufigsten gestellten Diagnosen dieses Spektrums gehörte die so genannte "depressive Episode".

Somit zählen psychische Erkrankungen weiterhin zu den häufigsten Ursachen für eine Arbeitsunfähigkeit in Rheinland-Pfalz. Sie liegen nur knapp hinter den so genannten "Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems" (2,95), dicht gefolgt von den "Krankheiten des Atmungssystems" (2,50). "Die Zunahme von psychischen Diagnosen muss nicht unbedingt bedeuten, dass auch tatsächlich mehr Menschen psychisch krank sind. Wahrscheinlich ist viel mehr, dass die Öffentlichkeit für dieses Thema zunehmend sensibilisiert ist und sich auch die Hemmungen verringert haben, gegebenenfalls Unterstützung zu suchen. 

Insgesamt blieben rheinland-pfälzische Erwerbstätige 2019 im Schnitt erkrankungsbedingt 16,3 Tage der Arbeit fern - die Fehlzeiten liegen somit um 5,9 Prozent höher als im Bundesschnitt.

Hinweis für die Redaktion

Der aktuelle Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) widmet sich dieses Mal der Arbeitssituation und Gesundheit von Zeitarbeitern. In Rheinland-Pfalz wohnten 2019 rund 244.000 Erwerbspersonen im Alter zwischen 15 und unter 65 Jahren mit Versicherung bei der TK. Etwa 16,7 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten des Bundeslandes waren bei der TK versichert.