Mainz, 30. November 2021. Die Menschen in Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland sind gestresst. 71 Prozent der befragten Erwachsenen geben an, regelmäßig hohen Anspannungen und Belastungen ausgesetzt zu sein. Das geht aus der aktuellen Stressstudie "Entspann dich, Deutschland!" der Techniker Krankenkasse (TK) hervor. Zu den häufigsten Stressfaktoren gehören demnach Beruf bzw. Studium oder Schule (57 Prozent), hohe Ansprüche an sich selbst (53 Prozent), die Krankheit einer nahestehenden Person (36 Prozent), eine hohe Termindichte in der Freizeit (29 Prozent) sowie die ständige digitale Erreichbarkeit (26 Prozent).

Stress für Berufstätige und Studierende nimmt zu 

In den vergangenen Jahren ist die Belastung durch Beruf und Studium erheblich angestiegen: Während im Jahr 2016 noch vier von zehn Befragten (38 Prozent) angaben, durch Arbeit bzw. Studium gestresst zu sein, sind es im aktuellen Jahr bereits fast sechs von zehn (57 Prozent). Grund dafür ist vermutlich auch die Corona-Pandemie, die starke Auswirkungen auf das Stressempfinden der Menschen hat. Auf die Frage, ob ihr Leben seit Beginn der Pandemie stressiger geworden ist, antworteten 40 Prozent der Befragten mit Ja.

Belastungen im Beruf und Studium entgegenwirken

Aus Sicht der TK tragen Arbeitgeber große Verantwortung in Sachen Stressprävention. Gerade im aktuellen Ausnahmezustand durch Covid-19 sollten Unternehmen die möglichen Maßnahmen im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements ergreifen, um Belastungen am Arbeitsplatz entgegenzuwirken und die Gesundheit und Motivation ihrer Beschäftigten positiv zu beeinflussen.

"Das Arbeiten im Homeoffice wird sich aller Voraussicht nach weiter in unseren Arbeitsalltag etablieren. Unternehmen sollten sicherstellen, dass ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei regelmäßigem Homeoffice auch zu Hause ein ergonomischer Arbeitsplatz zur Verfügung steht, um zusätzlichen Stress zu vermeiden", sagt Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung in Rheinland-Pfalz. "Darüber hinaus brauchen wir - auch unabhängig von der Corona-Pandemie - eine Unternehmenskultur in den Betrieben, die den flexiblen Einsatz ihrer Angestellten wertschätzt und es den Menschen ermöglicht, nach Feierabend zu regenerieren und Familie und Beruf in Einklang zu bringen.

Die Digitalisierung erleichtert die Arbeit sicherlich in vielen Bereichen, kann aber zeitgleich zu Stress führen, da die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit schwerer zu ziehen ist. Das kann vor allem für Eltern eine zusätzliche Belastung sein."

Musik als Stressbewältigung

Um sich zu entspannen und den Stress abzubauen, setzen die Befragten aus Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland vor allem auf eine Sache: Musik. 82 Prozent gaben an, zur Entspannung Musik zu hören oder zu machen. In Baden-Württemberg gaben das beispielsweise nur 64 Prozent der Befragten an. Beliebt sind aber auch einem Hobby nachgehen (75 Prozent), spazieren gehen oder Gartenarbeit (77 Prozent) und Faulenzen (67 Prozent).

Alarmierend: Studierende mit Burnout-Symptomen

Genau wie Berufstätige stehen auch Studierende zunehmend unter Druck, was nicht zuletzt den erschwerten Bedingungen in der Corona-Pandemie geschuldet sein könnte. Doch auch vor Beginn der Pandemie waren die Zahlen alarmierend: Bereits im Jahr 2017 gaben im Rahmen einer TK-Umfrage von mehr als 6.000 Studierenden rund ein Viertel der Befragten an, unter starkem Stress zu stehen und sich erschöpft zu fühlen. Die gleiche Anzahl an Studierenden zeigte bereits Symptome eines Burnouts.

"Die Gesundheit von jungen Menschen liegt uns sehr am Herzen, denn sie stehen erst am Anfang ihrer beruflichen Karriere. Deshalb engagieren wir uns seit Jahren mit verschiedenen Ansätzen für Gesundheitsförderung an Hochschulen", betont Simon. "Die TK hat ein wissenschaftlich fundiertes studentisches Gesundheitsmanagement entwickelt, das an vielen Hochschulen zum Einsatz kommt. In Rheinland-Pfalz ist beispielsweise die TU Kaiserlautern Vorreiter und bietet ihren Studierenden ein umfassendes Gesundheitskonzept in Kooperation mit der TK.“

Hinweis für die Redaktion

Für die Studie "Entspann dich, Deutschland!" befragte Forsa im Auftrag der TK im März 2021 bevölkerungsrepräsentativ 1.000 Menschen in Deutschland zu ihrem Stressempfinden.