Mainz, 30. Januar 2019. Laut Vorab-Daten des aktuellen Gesundheitsreports der Techniker Krankenkasse (TK) in Rheinland-Pfalz ist der Krankenstand im Land gestiegen. So bezifferte sich dieser bei TK-versicherten Erwerbstätigen 2018 auf 4,43 Prozent. Ein Jahr zuvor lag die krankheitsbedingte Ausfallzeit von rheinland-pfälzischen Arbeitnehmern noch bei 4,31 Prozent - ein prozentualer Anstieg also von 2,8 Prozentpunkten. Im Schnitt waren rheinland-pfälzische Erwerbspersonen im vergangenen Jahr mehr als 16,15 Tage krankgeschrieben - 1,7 Prozent als 2017 (15,74).

"Für den erhöhten Anstieg der Krankheitstage sowie des Krankenstandes war zweifelsohne die heftige Grippewelle verantwortlich. Im Februar 2018 hatten sich so viele Erwerbstätige wegen Atemwegsinfekten krankgemeldet wie seit zehn Jahren nicht mehr. Rheinland-Pfalz war hiervon besonders stark betroffen", erklärt der Leiter der TK-Landesvertretung in Rheinland-Pfalz, Jörn Simon.

Die meisten krankheitsbedingten Fehltage im Land gingen auf das Konto von Muskel-Skelett-Erkrankungen. Bei der TK versicherte Arbeitnehmer fielen knapp drei Tage (2,95) wegen Leiden wie etwa Rückenschmerzen aus. Knapp jeder 6. Fehltag im vergangenen Jahr wurde durch Atemwegserkrankungen (2,73) verursacht. Fast ebenso häufig blieben Erwerbstätige wegen psychischen Erkrankungen der Arbeit fern (2,72). 

"Insbesondere Rücken und psychisch bedingte Fehlzeiten können maßgeblich mit dem persönlichen Lebensstil oder auch mit der Arbeit in Zusammenhang gebracht werden", so  Simon weiter. Bei Beschwerden, die zum Beispiel auf Bewegungsmangel zurückgehen oder durch Stress verursacht werden, sieht Simon beide - Arbeitgeber und Beschäftigte - in der Verantwortung. "Arbeitgeber müssen darauf achten, dass in ihren Unternehmen entsprechende Maßnahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements angeboten werden. Gleichwohl sollten Arbeitnehmer ebenso darauf bedacht sein, dass sie einen Ausgleich - für Körper und Seele - in die Arbeitswoche einbauen. "Ein ungesundes Umfeld auf der Arbeit gepaart mit einem ungünstigen Lebensstil erhöht das Risiko für chronische Erkrankungen und langfristige Abwesenheiten", betont der TK-Landeschef. 

Unter den Bundesländern gab es 2018 deutliche Unterschiede bei den Fehlzeiten. Den höchsten Krankenstand verzeichnete die TK in Mecklenburg-Vorpommern mit 5,49 Prozent. Das entspricht durchschnittlich 20 Fehltagen pro Kopf. Am niedrigsten lagen die Fehlzeiten auch 2018 in Baden-Württemberg mit durchschnittlich 12,7 Tagen bzw. einem Krankenstand von 3,48 Prozent.