Düsseldorf, 24. Juni 2020. Durch die Situation in einigen Schlachthöfen ist der Gesundheitszustand von Zeitarbeitern in die Öffentlichkeit gerückt. Der aktuelle Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) bestätigt, dass Zeitarbeiter deutlich stärker unter ihren Arbeitsbedingungen leiden als andere Beschäftigte. So waren Erwerbstätige in Zeitarbeit 2019 in Nordrhein-Westfalen im Schnitt 21,2 Tage krankgeschrieben. Bei den Nicht-Zeitarbeitern waren es zum Vergleich 15,1 Tage - eine Differenz von rund sechs Tagen oder 40 Prozent, teilte die TK heute in Düsseldorf mit.

Grund für die hohe Anzahl von Fehltagen sind vor allem die körperlich belastenden Jobs in Lager, Logistik und Transport in denen Zeitarbeiter mit rund 40 Prozent überdurchschnittlich häufig beschäftigt sind.

Muskel-Skelett-Erkrankungen und Verletzungen 

Die konkreten Auswirkungen der Arbeitsbedingungen zeigen sich besonders deutlich bei Muskel-Skelett-Erkrankungen und Verletzungen. Wegen Rückenschmerzen & Co. fehlten nordrhein-westfälische Zeitarbeiter 2019 insgesamt durchschnittlich 4,62 Tage - und somit rund 70 Prozent mehr als anderweitig Beschäftigte (2,70 Tage). Bei Verletzungen liegt die Quote der Zeitarbeiter um rund 57 Prozent über den Daten bei anderweitig Beschäftigten - 2,35 Tage zu 1,5 Tagen. Eine vergleichbare Differenz zeigt sich bei psychischen Erkrankungen.

Länderreport Nordrhein-Westfalen 2020

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Hintergrund für die Redaktion

Für den Gesundheitsreport 2020 wertete die TK die Krankschreibungen und Arzneimittelverordnungen der rund 5,3 Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen aus. Aus  Nordrhein-Westfalen wurden die Daten von fast 1,3 Millionen Erwerbstätigen bei der TK analysiert. Damit ist fast jeder fünfte (18, 1 Prozent) sozialversicherungspflichtig Beschäftige in NRW bei der TK versichert.