Damit die ambulante ärztliche Versorgung auch in Zukunft sichergestellt werden kann, muss schon heute das Interesse für den Beruf des niedergelassenen Landarztes bei den Medizinstudierenden geweckt werden. 

Seit 2014 bietet die TK-DocTour Medizinstudierenden aus ganz Deutschland einen umfassenden Einblick in den Beruf des Landarztes. Besuche in verschiedenen Praxen und der direkte Austausch mit Ärztinnen und Ärzten räumen dabei viele Vorurteile aus. Denn die verschiedensten Praxis- und Arbeitszeitmodelle lassen Familie und Beruf gut miteinander vereinbaren. Die Zeiten des Einzelkämpfers, der an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr erreichbar sein muss, der häufig Notfall- und Wochenenddienste ableistet, sind längst vorbei.

Bedingt durch die Covid-19-Pandemie konnte die TK-DocTour in diesem Jahr nicht wie gewohnt mit einem Kleinbus stattfinden. Deshalb trafen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer virtuell, um auch 2020 alle Informationen über die ärztliche Tätigkeit auf dem Land zu bekommen. 

Nur die Besten werden Hausarzt

Gleich zum Auftakt der TK-DocTour wirbt Dr. Johannes Fechner, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW), für den Beruf des niedergelassenen Allgemeinarztes. Er sieht im Hausarzt den Zehnkämpfer der Medizin, der sich in allen Disziplinen auskennen muss. Für ihn steht deshalb fest: Nur die Besten werden Hausärzte. 

Praxisbesuch in Baiersbronn

Zu einem Rundgang in der Praxis der "Hausärzte am Spritzenhaus" lud in diesem Jahr Dr. Wolfgang von Meißner ein. In einem Video führte er durch seine moderne und gut strukturierte Praxis.

TK-DocTour 2020

Ein Rundgang durch die Praxis der "Hausärzte am Spritzenhaus" in Baiersbronn.

Informationen von Dr. von Meißner:

Angebote zur Aus- und Weiterbildung

Viele Fragen tauchen immer dann auf, wenn es um die Aus- und Weiterbildung geht. Die richtigen Antworten erhalten die Medizinstudierenden auf der TK-DocTour aus erster Hand.

Frank Portenhauser ist Ansprechpartner bei der Koordinierungsstelle Allgemeinmedizin der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg. Er informiert mit seinen Vorträgen auf der TK-DocTour über die verschiedenen Wege der Aus- und Weiterbildung zum Allgemeinmediziner. Ebenso stellt er die Förderprogramme zur finanziellen Unterstützung vor, die in Baden-Württemberg angeboten werden.

Informationen von Frank Portenhauser:

Politischer Austausch

Ein fester Bestandteil der TK-DocTour ist der Austausch mit Vertretern der Politik geworden. Die Medizinstudierenden nutzen diese seltene Gelegenheit gerne, um auf die bestehenden Rahmenbedingungen im Medizinstudium hinzuweisen. Nicht immer entsprechen diese den Vorstellungen und Bedürfnissen der Nachwuchsmediziner.

Bei der virtuellen TK-DocTour 2020 stellte sich der Bundestagsabgeordnete Michael Hennrich den Fragen der Studierenden. Der CDU-Politiker ist Mitglied und Obmann im Ausschuss für Gesundheit und somit ein kompetenter Ansprechpartner in allen Fragen rund um das Gesundheitswesen. Einige Anregungen und Hinweise hat er sich notiert und versprochen, sich in nächster Zeit damit auseinanderzusetzen.

Digital first

Gerade in ländlichen Regionen bietet die Digitalisierung große Möglichkeiten die Versorgung zu verbessern. Der Austausch zwischen niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten mit Spezialisten in großen Kliniken oder die elektronische Patientenakte sind nur zwei Beispiele dafür. Wo es noch fehlt und wo bereits sehr gute Erfolge erreicht wurden, darüber diskutierten Dr. Martina Bischoff von der Albert-Ludwig-Universität Freiburg, Theodor Uden, Vorstandsmitglied des Hartmannbundes, der stellvertretende Chefredakteur der Ärztezeitung, Hauke Gerlof und Daniel Cardinal, Geschäftsbereichsleiter Versorgungsinnovationen bei der TK.

Diskus­si­ons­runde Digi­ta­li­sie­rung

Die vier Experten zum Thema Digitalisierung im Gesundheitswesen. Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.
Wo steht die Digitalisierung im Gesundheitswesen und welche Möglichkeiten gibt es? In der Diskussion Theodor Uden, Daniel Cardinal, Dr. Martina Bischoff und Hauke Gerlof.

Nicht nur Bahnhof verstehen

Bevor all diese Informationen und Diskussionen auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der TK-DocTour einprasseln, gibt es immer eine Informationsrunde, in der Markus Koffner, Leiter regionales Vertragswesen der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg, einen Überblick über die bestehenden Strukturen gibt. Vor allem die vielen Fachbegriffe und Abkürzungen sorgen oft für Verwirrung. Ein eigens entwickeltes Glossar sorgt dabei jedoch schnell für eine besseren Durchblick.

Ziel erreicht?

Durchaus! Denn auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der diesjährigen TK-DocTour bestätigten, dass sie sich mit den neu gewonnenen Eindrücken sehr gut vorstellen können, später einmal als niedergelassene Ärztin oder Arzt tätig zu werden. Bis die Medizinstudierenden ihr Studium und die anschließende Facharztausbildung abgeschlossen haben, werden noch einige Jahre vergehen. Das Ziel, das Interesse am Beruf des Landarztes zu wecken, hat die TK-DocTour jedenfalls erreicht.

Jessica Krosny, eine der Teilnehmerinnen der virtuellen TK-DocTour 2020 hat ihre Eindrücke in einem kurzen Video zusammengefasst.