Frankfurt am Main, 10. November 2020. Seit Beginn der Corona-Pandemie bieten immer mehr Arztpraxen und Psychotherapeuten in Hessen ihren Patienten eine Videosprechstunde an - und immer mehr Menschen in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland stehen dieser Art der Fernbehandlung positiv gegenüber. Während sich im vergangenen Jahr gerade einmal jeder Vierte (27 Prozent) vorstellen konnte, sich per Videochat von einem Arzt behandeln zu lassen, ist es heute jeder Zweite (51 Prozent). Darauf weist die Techniker Krankenkasse (TK) in Hessen hin und bezieht sich auf eine repräsentative Bevölkerungsbefragung.  

"Die Corona-Pandemie hat die Digitalisierung im Gesundheitswesen erheblich beschleunigt. Videosprechstunden werden heute von den Patienten per Computer, smartphone oder Tablet ganz selbstverständlich als Alternative zum physischen Arztbesuch in Anspruch genommen. Sie sind aber auch in den Praxen zu einer wertvollen Unterstützung des Alltags geworden", sagt Dr. Barbara Voß, Leiterin der TK-Landesvertretung in Hessen.  

Videosprechstunde ist eine Erleichterung

Laut TK-Umfrage ist die Angst vor einer möglichen Ansteckung auf dem Weg zur Praxis oder auch in der Praxis für zwei von drei Befragten (71 Prozent) in Corona-Zeiten ein wichtiger Grund, eine Videosprechstunde zu nutzen - aber nicht der wichtigste. Noch bedeutsamer (78 Prozent) ist für die Befragten, dass die Videosprechstunde eine große Zeitersparnis bedeutet, da Anfahrtswege und Wartezeiten entfallen. "Mit der Corona-Pandemie hat die Videosprechstunde einen kräftigen Schub erfahren. Die Patienten werden aber auch künftig, nach der Pandemie, ganz selbstverständlich diesen Weg der Kommunikation mit ihrem Arzt oder Psychotherapeuten nutzen, weil die Videosprechstunde eine Erleichterung ist", so Voß.  

Zunehmende Akzeptanz 

Parallel zur zunehmenden Akzeptanz der Videosprechstunde unter den Patienten steigt in Hessen seit diesem Frühjahr auch die Zahl der Mediziner und Psychotherapeuten stetig an, die eine Videosprechstunde anbieten. Viele haben nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen erst während der Corona-Pandemie mit der Videosprechstunde begonnen; heute sind es fast 2.700 Ärztinnen und Ärzte sowie mehr als 2.300 Psychotherapeuten in über 3.000 Praxen in Hessen - also jeder vierte Arzt und zwei Drittel der Psychotherapeuten im Bundesland. 

Keine Frage des Alters

Von diesem Angebot profitieren laut TK-Umfrage übrigens nicht nur die Jüngeren. Auch unter den Befragten ab 70 Jahren sagt fast jeder Dritte (29 Prozent), dass er seinen Arzt auch per Videotelefonie konsultieren würde. Im Vorjahr sprachen sich in der Generation "70 plus" lediglich 13 Prozent für eine Online-Sprechstunde aus. Demnach hat in der Corona-Pandemie die Aufgeschlossenheit für eine Behandlung per Videotelefonie in allen Altersgruppen zugenommen. 

Hinweis für die Redaktion

Für die bevölkerungsrepräsentativen Umfragen hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der TK sowohl im Dezember 2019 als auch im Mai 2020 bundesweit jeweils 1.000 Menschen ab 18 Jahren u.a. zum Thema Videosprechstunde befragt. 
Nach Angaben der KV Hessen bieten aktuell 3.043 Praxen eine Videosprechstunde an; im Einzelnen sind dies 2.695 Ärzte und 2.307 Psychotherapeuten. Die Zahl der Praxen ist geringer als die Summe der Ärzte und Psychotherapeuten, da bspw. in Gemeinschaftspraxen oder Medizinischen Versorgungszenten mehrere Ärzte und/oder Psychotherapeuten jeweils eine Videosprechstunde anbieten (Stand 6.11.2020).