Berlin/Potsdam, 9. Oktober 2018. Immer weniger Berliner und Brandenburger Jugendliche zwischen 12 und 14 Jahren nutzen die Jugendgesundheitsuntersuchung J1. Hatten sich im Jahr 2014 noch 61 Prozent der Berliner Jugendlichen vom Arzt gesundheitlich durchchecken lassen, waren es 2017 nur noch 55 Prozent. Das zeigt eine aktuelle Auswertung von Versichertendaten der Techniker Krankenkasse (TK).

In Berlin gehen besonders wenige Jugendliche zur Vorsorgeuntersuchung - nur in Bayern liegt der Wert mit 53 Prozent noch geringer. Brandenburg hingegen liegt im Bundesländervergleich im oberen Bereich: Immerhin 61 Prozent der Jugendlichen durchliefen hier im vorigen Jahr die Untersuchung. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 59 Prozent. Allerdings ist der Rückgang der Teilnahmequote in Brandenburg besonders stark: Im Jahr 2014 nutzten noch 70 Prozent die J1.

Pu­ber­täts­pro­ble­me können erkannt werden

"Die J1 ist eine wichtige Untersuchung", sagt Susanne Hertzer, TK-Chefin in Berlin und Brandenburg. "Die Ärztin oder der Arzt führt nicht nur eine gründliche körperliche Untersuchung durch, sondern bespricht mit den Jugendlichen auch die seelische Entwicklung. So können mögliche Pubertätsprobleme erkannt werden."

Der Umgang mit Alkohol und anderen Drogen, aber auch Probleme in der Schule können bei der J1 zur Sprache kommen. Zum umfangreichen körperlichen Check gehört unter anderem, Störungen des Wachstums auszuschließen, Hals-, Brust- und Bauchorgane zu untersuchen sowie eventuelle Auffälligkeiten am Skelettsystem festzustellen. Außerdem wird der Impfstatus geklärt.

Hinweis an die Redaktion

Für die Auswertung sind die Daten der 2014 rund 84.000 und 2017 rund 87.000 bei der TK versicherten Jugendlichen zwischen 12 bis 14 Jahren zugrunde gelegt worden. Jugendliche zwischen 12 und 14 Jahren haben einmalig Anspruch auf die Jugendgesundheitsuntersuchung J1. Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Über die J1 hinaus bietet die TK ihren Versicherten zwischen 16 und 17 Jahren eine zusätzliche Jugendgesundheitsuntersuchung an, die J2. Weitere Informationen zu den Früherkennungsuntersuchungen für Jugendliche finden Sie auf tk.de, Webcode 2010236.