Magdeburg, 28. September 2020. Medikamente zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden in Sachsen-Anhalt deutlich häufiger verordnet als im Bundesdurchschnitt. Darauf weist die Techniker Krankenkasse (TK) anlässlich des Weltherztags am 29. September hin. Statistisch gesehen bekam im Jahr 2019 jeder Erwerbstätige und Arbeitslosengeld-I-Empfänger im Bundesland durchschnittlich 131 Tagesdosen entsprechender Mittel verschrieben.

Damit entfielen knapp 44 Prozent aller pro Kopf im Bundesland verordneten Tagesdosen auf diese Arzneimittelgruppe. Bundesweit lag die Quote mit knapp 95 Tagesdosen und einem Anteil von 37 Prozent erheblich niedriger.

Laut aktuellem Gesundheitsreport der TK stehen Herz-Kreislauf-Präparate somit erneut an der Spitze der verschriebenen Medikamente. Innerhalb der letzten zehn Jahre stieg das Verordnungsvolumen dieser Präparate bundesweit um rund 49, in Sachsen-Anhalt sogar um 54 Prozent. Der Zuwachs in dieser Medikamentengruppe fiel so jeweils deutlich höher aus als der Anstieg der verordneten Medikamente insgesamt.

Substanzübergreifend verzeichnete die TK in Sachsen-Anhalt im Jahr 2019 insgesamt ein Verordnungsvolumen von 300 Tagesdosen pro Kopf. Das waren 47 mehr als im Bundesdurchschnitt. Eine Dekade zuvor hatten die Werte noch bei 202 Tagesdosen in Sachsen-Anhalt beziehungsweise 176 bundesweit gelegen.

Hinweis für die Redaktion

Für den Gesundheitsreport 2020 hat die TK die Krankschreibungen und Arzneimittelverordnungen der rund fünf Millionen bei der Kasse versicherten Erwerbspersonen ausgewertet, davon rund 65.000 mit Wohnsitz in Sachsen-Anhalt. Zu den Erwerbspersonen zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld I.

Über die Risikofaktoren und dazu, wie man Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen kann, klären auch die World Heart Federation (WHF) und die Deutsche Herzstiftung e. V. zum Weltherztag auf. Das diesjährige Motto "Nutze dein Herz, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu besiegen" soll dazu anregen, mehr Achtsamkeit auf die Herzgesundheit zu richten und Risikokrankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes und Übergewicht zu reduzieren.