Die Corona-Krise hat innerhalb kürzester Zeit den Alltag der Bürger, aber auch Abläufe im Gesundheitswesen stark verändert. Das System muss derzeit Herausforderungen meistern, die es in dieser Form noch nie gegeben hat. Die Anforderungen sind hoch und verändern sich in schnellem Tempo. Alle Beteiligten im Gesundheitswesen befinden in einem engen Austausch und versuchen im Sinne der Versicherten, unkomplizierte und schnelle Lösungen zu finden. Auf der Bundesebene wurden bereits einige Maßnahmen beschlossen, um die Krise besser bewältigen zu können.  

Auch in Hessen verändern sich die Anforderungen an das Gesundheitswesen ständig. Daher müssen ebenso auf Landesebene schnelle und flexible Lösungen erarbeitet werden. In enger Kooperation mit allen Beteiligten wurden zahlreiche Regelungen getroffen, um unnötige Kontakte sowie Bürokratie zu vermeiden, Liquidität zu schaffen, unkompliziert Hilfe zu bieten und unerwartete Kosten abzufedern. "Es ist beeindruckend, wie eng und unkompliziert alle Beteiligten in Zeiten der Krise zusammenarbeiten. Alle Verantwortlichen haben das gemeinsame Ziel, Maßnahmen auf den Weg zu bringen, die Versicherte schützen und deren medizinische Versorgung auf hohem Niveau sicherstellen", so Dr. Barbara Voß, Leiterin der TK-Landesvertretung Hessen.

An einigen Beispielen zeigen wir auf, was in Hessen zusätzlich zu vielen Maßnahmen auf Bundesebene unter Einbindung der Krankenkassen bereits umgesetzt wurde, um die Corona-Krise besser zu bewältigen:

Kassen bezahlen Schutzausrüstung für Ärzte

Die niedergelassenen Ärzte haben einen gesteigerten Bedarf an Schutzausrüstung wie Atemschutzmasken oder Schutzanzüge. In Hessen haben sich die Krankenkassen und die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen darauf geeinigt, dass Ärzte die dadurch entstehenden Zusatzkosten gesondert mit den Kassen abrechnen dürfen.

Pilotprojekt mit Videosprechstunde und eRezept 

Im Rahmen eines Pilotprojekts können Patienten den Ärztlichen Bereitschaftsdienst der KV Hessen in digitaler Form Anspruch nehmen. Seit Ende April 2020 müssen sie sich nicht mehr auf den Weg in die Bereitschaftsdienstzentale machen und können stattdessen per Computer, Smartphone oder Tablet eine Videosprechstunde nutzen. Zudem können sie bei Bedarf ein elektronisches Rezept (eRezept) erhalten und an eine nahegelegene Apotheke weiterleiten, in der die Arzneimittel später abholt werden. Die TK in Hessen unterstützt das Pilotprojekt .

Ärzte dürfen Rezepte per Papierpost verschicken

Ärzte in Hessen können auf Wunsch ihrer Patienten Rezepte für Medikamente direkt an eine Apotheke ihrer Wahl senden. Die Patienten müssen die Arztpraxis nicht aufsuchen, um sich ihr Rezept abzuholen. Besonders hilfreich und relevant ist dies für Patienten, die Online- oder Telefonsprechstunden in Anspruch nehmen.

Termine zum Mammographie-Screening später nachholen

Aus Infektionsschutzgründen haben alle verantwortlichen Institutionen auf Bundesebene entschieden, bis zum 30. April 2020 keine neuen Einladungen zum Mammographie-Screening zu verschicken. Was mit bereits vereinbarten Untersuchungsterminen passiert, musste auf Landesebene geklärt werden. In Hessen wurde entschieden, alle bereits vereinbarten Termine abzusagen. Die eingeladenen Frauen erhalten ab Mai/Juni schriftlich neue Vorschläge für Untersuchungstermine.

Neue Ärzte und Psychotherapeuten werden "online" zugelassen

Die Zulassungsausschüsse für Vertragsärzte und Psychotherapeuten in Hessen haben bereits frühzeitig auf die Corona-Krise reagiert und tagen bereits seit Mitte März per Videokonferenz. So ist sichergestellt, dass gerade in der Pandemie weitere Ärzte und Psychotherapeuten für die Versorgung der Versicherten in Hessen zugelassen werden können.