Berlin, 21. Dezember 2020. In Berlin ist im laufenden Jahr die Zahl der zu früh auf die Welt gekommenen Kinder im Vergleich zum Vorjahr gesunken. So lag der Anteil frühgeborener Kinder in der Zeit von Januar bis September 2020 bei der Techniker Krankenkasse (TK) bei 4,1 Prozent - ein Fünftel weniger als im Vorjahreszeitraum. 2019 hatte der Anteil demnach noch 5,1 Prozent betragen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der TK. 

Berlin belegt Spitzenplatz 

Berlin hat im Vergleich zu den anderen Bundesländern 2020 den geringsten Anteil an Frühgeborenen. "Der niedrige Anteil an Frühgeburten ist positiv", sagt Susanne Hertzer, Leiterin der TK Landesvertretung Berlin und Brandenburg. "Nun gilt es zu schauen, woran der Rückgang liegen könnte." Der Rückgang an Frühgeburten dieses Jahr ist laut der TK bundesweit zu beobachten. Über alle Länder ist der Anteil um 25 Prozent gesunken. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob es sich um einen anhaltenden Trend handelt. 

Bringt der Corona-Lockdown neue Erkenntnisse? 

Seit 2008 liegt Deutschland mit seiner Frühgeburtenrate auf einem der hinteren Plätze in Europa. Noch ist weitgehend unklar, woher die Unterschiede zwischen den Ländern kommen. Einige Risikofaktoren für zu frühe Geburten sind mittlerweile bekannt, beispielsweise mütterliche Infektionen, Bluthochdruck und Depressionen. Sollte sich nach Auswertung des gesamten Jahres 2020 ein zeitlicher Zusammenhang zwischen Pandemie und Frühgeburten zeigen, ist es angezeigt, den Ursachen auf den Grund zu gehen. 

Frühgeborene haben höhere Gesundheitsrisiken als reif geborene Kinder 

Verglichen mit Babys, die mit einem normalen Geburtsgewicht und rund um den errechneten Termin auf die Welt gekommen sind, haben Frühchen laut TK-Kindergesundheitsreport auch in den Folgejahren ein deutlich höheres Krankheitsrisiko, zum Beispiel für leichte und mittlere Entwicklungsstörungen (plus 44 Prozent). Auch Sehbeeinträchtigungen treten verstärkt auf (plus 33 Prozent). 

Hinweis für die Redaktion 

Der aktuellen TK-Auswertung zu Frühgeburten liegen Abrechnungsdaten zu Entbindungen aus den Jahren 2019 und 2020 zugrunde. Der TK-Kindergesundheitsreport und die Vorgängeruntersuchung, der TK-Geburtenreport , der insbesondere Zusammenhänge von mütterlichen Vorerkrankungen und Kaiserschnittgeburten aufzeigt, sind online verfügbar. Mit Stand November 2020 hat die TK 10,7 Millionen Versicherte.