Aktuelle wissenschaftliche Studien signalisieren, dass jährlich rund 20.000 Klinikpatienten aus Gründen sterben, die vermeidbar gewesen wären. Was bedeuten diese Zahlen für die Patientensicherheit in Mecklenburg-Vorpommern? TK-Landechefin Manon Austenat-Wied skizziert im Interview, welche Maßnahmen die TK für eine bestmögliche Patientensicherheit ergreift.

TK: Frau Austenat-Wied, ist die Patientensicherheit in Mecklenburg-Vorpommern gefährdet?

Manon Auste­nat-Wied

Manon Austenat-Wied, Leiterin der TK-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.
Leiterin der TK-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern

Manon Austenat-Wied: Für uns als Techniker Krankenkasse, ist die Sicherheit unserer Versicherten ein zentrales Anliegen. Wir engagieren uns daher besonders stark im Bereich des Behandlungsfehler-Managements. Außerdem haben wir als erste Krankenversicherung in Deutschland einen eigenen Beauftragten für Patientensicherheit berufen. Dennoch gilt, nur wenn wir weiterhin auf innovative Behandlungsverfahren und moderne Versorgungsabläufe setzen, werden die Patienten noch sicherer in unserem Gesundheitssystem sein.

TK: Wie kann die Patientensicherheit noch weiter verbessert werden?

Manon Austenat-Wied: Die Qualitätssicherung und Fortbildung muss in den Praxen und Kliniken höchste Priorität haben. Oft ist auch die Rede von einer positiven Fehlerkultur. Diese Semantik halte ich in der Patientenversorgung für suboptimal. Wichtig ist, dass Strukturen und Prozesse so konzipiert sind, dass Fehler gar nicht erst entstehen. Wir benötigen also viel mehr eine positive Sicherheitskultur. Deshalb setzen wir uns in zahlreichen Projekten für mehr Sicherheit in Kliniken und Arztpraxen ein. Allein in sieben Innovationsfondsprojekten widmen wir uns exklusiv der verbesserten Patientensicherheit. Unser jüngstes Engagement ist die Gründung eines gemeinsamen Exzellenzzentrums Patientensicherheit an der Universitätsmedizin Greifswald.

TK: Welche Erkenntnisse können Sie aus Projekten für die Regelversorgung ziehen?

Manon Austenat-Wied: Wenn ich beispielsweise an CIRSforte denke, sind wir gemeinsam mit unseren Partnern auf einem guten Weg, Arbeits- und Prozessabläufe in der ambulanten Versorgung zu verbessern. Allein in der Feldversuchsphase dieses Projekts zur Entwicklung eines Fehlerberichtssystems haben sich insgesamt 200 Arztpraxen beteiligt, mit dabei sind auch zahlreiche Praxen aus Mecklenburg-Vorpommern. Wir sind davon überzeugt, dass das Fehlerberichtssystem nach erfolgreicher wissenschaftlicher Evaluation umgesetzt wird und so die ambulante Versorgung insgesamt sicherer macht.