Hamburg, 9. Oktober. Nach einem Corona-bedingten Einbruch der beantragten stationären Rehabilitations-Maßnahmen von 52 Prozent im März bis Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sieht die Techniker Krankenkasse (TK) inzwischen erste Anzeichen für eine Normalisierung der Lage. Im August lag das Minus über alle Erkrankungen hinweg nur noch bei 16 Prozent. Damit nähert sich die Zahl der Anträge für diese sogenannten "Anschlussheilbehandlungen" wieder dem Niveau des Vorjahres an. 

Bei Mutter-Kind-Kuren verzeichnet die TK nach einem Rückgang von 67 Prozent im März bis Juni weiterhin eine sehr geringe Nachfrage der Versicherten. So war auch im August das Volumen der beantragten Leistungen lediglich halb so hoch wie im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Anders sieht es bei den Anschlussheilbehandlungen nach operativen Eingriffen aus. Hier sei nach einem Minus von 60 Prozent im April inzwischen wieder das Vorjahresniveau erreicht. Der Leiter Rehabilitation der TK, Carsten Büge: „Vor allem Reha-Maßnahmen nach planbaren Operationen gingen spürbar zurück, etwa nach Einsetzen von künstlichen Gelenken.“ 

Bei neurologischen Reha-Maßnahmen - etwa für Patienten mit Schlaganfällen oder Schädel-Hirn-Traumata - seien die Zahlen selbst in den Hochzeiten der Pandemie unverändert geblieben. Büge: „Das zeigt, dass die einweisenden Ärzte sehr verantwortungsbewusst vorgegangen sind und zwischen dringend eilbedürftigen und aufschiebbaren Reha-Maßnahmen unterschieden haben.“ 

Die TK-Fachbereichsleiterin für stationäre Versorgung, Inken Holldorf, erklärt: "Die spannende Frage wird in den kommenden Wochen sein, ob es deutliche Nachholeffekte geben wird. Es kann aber auch sein, dass die Reha-Zahlen bei einem Anstieg der Corona-Infektionen im Herbst wieder in den Keller gehen werden."