Kleine und ländliche Krankenhäuser stehen zunehmend vor der Herausforderung, die an sie gerichteten Erwartungen im Sinne einer qualitativ hochwertigen Versorgung zu erfüllen und darüber hinaus wirtschaftlich zur arbeiten. Eine Alternative zu kleinen ländlichen Krankenhäusern stellt das Modell der Intersektoralen Gesundheitszentren (IGZ) der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) dar. Das Ziel ist es, eine wohnortnahe Versorgung für die Patienten zu sichern, welche kein Krankenhaus mit seiner komplexen Infrastruktur, aber eine medizinische und pflegerische Betreuung über mehrere Tage bedürfen.

Das IGZ besteht dabei aus zwei Säulen: Auf der einen Seite die klassische ambulante Versorgung, wie man sie bereits jetzt aus Medizinischen Versorgungszentren kennt, in der Ärztinnen und Ärzte gleicher oder unterschiedlicher Disziplinen unter einem Dach zusammenarbeiten. Auf der anderen Seite steht die Erweiterte Ambulante Versorgung (EAV) - das neuartige Element dieses Versorgungsangebots. In der EAV werden Patientinnen und Patienten bei Bedarf bis zu fünf Tage von niedergelassenen Ärzten und den am IGZ arbeitenden Pflegekräften und weiteren Gesundheitsfachkräften betreut. Dies sichert die wohnortnahe Versorgung und entlastet die Krankenhäuser von Patienten, die die High-Tech-Gerätemedizin nicht benötigen. Im Kern fokussiert das IGZ auf eine regionale Gesundheitsversorgung mit Schwerpunkt auf konservative Leistungen unter Einhaltung des Facharztstatus. Nichtsdestoweniger ist eine modulare Erweiterung, z.B. um das ambulante Operieren denkbar.

Florian Rinsche

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Fachreferent Versorgungsmanagement bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung

In der Studie, welche die KBV im Herbst 2018 vorgestellt hat, wurden ca. 180, bei engerer Definition 75 Krankenhausstandorte zur Umwandlung in ein IGZ identifiziert. Das Modell ist in der Praxis auf umfassendes Interesse gestoßen, sodass es bereits konkrete Überlegung zur Schaffung von Intersektoralen Gesundheitszentren gibt. Für eine flächendeckende Implementierung von IGZ sind jedoch die notwendigen rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen zu schaffen.