Das NRZ unter Verwaltung des RKI unterstützt medizinische Einrichtungen seit 1997 mit dem Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System (KISS) bei der Überwachung von Krankenhausinfektionen. Dokumentiert werden unter anderem postoperative Wundinfektionen, die Zahl der Patienten, die sich in Kliniken mit antibiotikaresistenten Erregern3 infizieren, und der Verbrauch von Händedesinfektionsmittel. Die Teilnahme an KISS ist freiwillig. Damit aus den Daten aussagekräftige Analysen und Schlussfolgerungen für die Prävention von Infektionen hervorgehen können, ist es wichtig, dass Berliner und Brandenburger Einrichtungen an KISS teilnehmen oder auf anderem Wege sorgsam die Hygiene dokumentieren.

Im April 2017 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) zudem ein Dokumentationsverfahren für postoperative Wundinfektionen als Qualitätsindikator für Hygiene beschlossen. Anhand von anonymisierten Patientendaten können Rückschlüsse auf die Einrichtung, in der eine Infektion erworben wurde, gezogen werden. Die entsprechenden Krankenhäuser und Arztpraxen erhalten Rückmeldung und können mithilfe der Ergebnisse die Qualität des Hygienemanagements verbessern. Die flächendeckende Einführung des Dokumentationsverfahrens ist laut G-BA-Angaben zunächst im Probebetrieb vorgesehen. 

Hygiene in stationären und ambulanten Einrichtungen zu gewährleisten, ist die wichtigste Voraussetzung, um Infektionen durch Keime und deren Verbreitung zu verhindern. In den letzten Jahren ist das Bewusstsein für die Problematik multiresistenter Keime gestiegen, doch es gibt immer noch viel zu tun. Vor allem die sektorenübergreifende Umsetzung von Hygiene-Maßnahmen muss vorangebracht und die Transparenz für die Patienten erhöht werden. Auch der Einsatz von Antibiotika muss sorgsam geprüft werden, damit Keime keine neuen Resistenzen bilden können.

Die ausführliche TK-Position zur Hygiene in Klinik und Praxis in Berlin und Brandenburg

Hygiene-Position-TK

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