Dresden, 11. Dezember 2018. Seit einem Jahr sind die Krankenhäuser gesetzlich verpflichtet, den Patienten in eine lückenlose Anschlussbehandlung zu entlassen. In der Regel betrifft das die Mitgabe von Medikamenten oder das Ausstellen einer AU-Bescheinigung. Bei Bedarf organisiert der Sozialdienst des Krankenhauses die Anschluss-Rehabilitation oder die pflegerische Betreuung.

Patienten werden fachkundig unterstützt

Entlassmanagement hilft Patienten und ihren Angehörigen, notwendige Formalitäten für einen Reha-Antrag zu bewältigen, eine passende Pflegeeinrichtung zu finden oder die häusliche Krankenpflege über die Krankenkasse zu organisieren. "Früher sind Patienten oft in ein Loch gefallen, wenn sie nach Hause gekommen und auf sich allein gestellt gewesen sind. Heute werden sie fachkundig unterstützt und können sich viel besser auf den Genesungsprozess konzentrieren", so Simone Hartmann, Leiterin der Techniker Krankenkasse in Sachsen.

Für einige Krankenhäuser in Sachsen war ein gut funktionierendes Entlassmanagement bereits vor der gesetzlichen Regelung Selbstverständlichkeit. Bei anderen bekamen die Patienten nicht wie heute üblich Arzt-Entlass-Brief und individuellen Entlass-Plan mit auf den Weg.

Es fehlen digitale Standards

Doch oftmals liegt es nicht am Krankenhaus, dass einige Probleme immer noch nicht zur Zufriedenheit der Patienten gelöst werden können. Stephan Helm, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Sachsen dazu: "Das Krankenhaus hat somit eine 'Lieferverpflichtung‘ hinsichtlich der Verantwortung für die Weiterbehandlung. Diese ist allerdings einseitig und ohne entsprechende Abnahmeverpflichtung der weiterbehandelnden Bereiche. Dadurch sind Verzögerungen zulasten des Krankenhauses möglich. Auch fehlen immer noch digitale Standards und somit entsteht ein komplett entbehrlicher Aufwand für das Krankenhauspersonal - diesen gilt es, unverzüglich abzubauen!"