Mainz, 16. November 2020. Eine positive Zahl vermeldet heute die Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) in Rheinland-Pfalz anlässlich des morgigen Weltfrühgeborenentags: Von Januar bis September 2020 gab es laut Auswertungen der TK in Rheinland-Pfalz weniger Frühgeburten als im gleichen Zeitraum im Vorjahr. So lag der Anteil der zu früh geborenen Babys im laufenden Jahr bei 5,2 Prozent, im Vorjahreszeitraum hingegen bei 6,2 Prozent - ein Unterschied von 16 Prozent. Der Trend ist auch bundesweit zu verzeichnen. Hier betrug die Differenz sogar rund ein Viertel.

Erfreulicher Trend trotz Pandemie

"Der Rückgang der Frühgeburten in Rheinland ist ein erfreulicher Trend. Was genau der Grund dafür ist, ist derzeit aber nicht abschließend zu sagen", sagt Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung. Es sei bemerkenswert, dass die Zahlen trotz der Pandemie, die ja auch für viele Menschen psychischen Stress auslöse, gesunken seien. Neben dem Stressfaktor gäbe es aber auch noch andere bekannte Risikofaktoren für zu frühe Geburten wie mütterliche Infektionen, Bluthochdruck und Depressionen. Ob sich aus dem Rückgang und den Corona-Maßnahmen ein Zusammenhang ableiten lasse, müsse weiter erforscht werden, erklärt Simon.

"Weil Frühchen eine besonders intensive Versorgung benötigen, die viel Wissen voraussetzt, ist es wichtig, dass sie möglichst in einem Krankenhaus zur Welt kommen, das die geforderten Mindestmengen erfüllt und somit einen hohen Qualitätsstandart hat", fordert Simon.

Kaiserschnittrate gestiegen

Gestiegen ist hingegen die Kaiserschnittrate, wie die TK anhand rheinland-pfälzischer Abrechnungsdaten ausgewertet hat: 2019 betrug sie in den ersten drei Quartalen 2019 noch 28,5 Prozent und stieg in 2020 auf 29,6 Prozent. Das ist mit einer Zunahme von 3,9 Prozent gleichzusetzen. "Es wäre es reine Spekulation, einen Zusammenhang mit der Pandemie herzustellen. Man wird sich die Entwicklung über einen längeren Zeitraum anschauen müssen, denn ein wichtiges Ergebnis unseres TK-Kindergesundheitsreports war, dass bei Kaiserschnitt-Kindern das Risiko für bestimmte Erkrankung signifikant erhöht ist", sagt Jörn Simon.

Direkter Draht zur Hebamme

Die TK stellt ihren Versicherten ausführliche, auf die Schwangerschaftswochen zugeschnittene Informationen in der kostenfreien App TK-Babyzeit zur Verfügung. Schwangere können bei individuellen Fragen auch direkt aus der App heraus per Chat, Videotelefonie oder Anruf mit einer Hebamme vom TK-Ärztezentrum sprechen.

Hinweis für die Redaktion

Der aktuellen TK-Auswertung zu Frühgeburten liegen Abrechnungsdaten zu Entbindungen aus den Jahren 2019 und 2020 zugrunde. Der TK-Kindergesundheitsreport und die Vorgängeruntersuchung, der TK-Geburtenreport, der insbesondere Zusammenhänge von mütterlichen Vorerkrankungen und Kaiserschnittgeburten aufzeigt, sind online verfügbar. Mit Stand Oktober 2020 hat die TK 10,7 Millionen Versicherte.