Stuttgart, 26. Februar 2019. Die Baden-Württemberger haben im bundesweiten Vergleich nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) sehr robuste Herzen. Im Jahr 2017 wurden rund 182.000 Baden-Württemberger wegen Herzerkrankungen stationär im Krankenhaus behandelt. Das entspricht 1.648 auf 100.000 Einwohner, bundesweit waren es 17 Prozent mehr (1.926 auf 100.000 Einwohner). 

Das unterschiedliche Durchschnittsalter in den Bundesländern wurde dabei schon ausgeglichen. Die TK bezieht sich auf den aktuellen Herzbericht 2018, der von der Deutschen Herzstiftung in Zusammenarbeit mit den ärztlichen Fachgesellschaften für Kardiologie, Herzchirurgie und Kinderkardiologie herausgegeben wurde. 
 
"Immer mehr Herzpatienten im Südwesten können zudem darauf hoffen, dank Fortschritten bei Diagnose und Therapie ihre Herzerkrankung zu überleben", sagte Andreas Vogt, Leiter der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg. Dies gilt vor allem für Patienten mit Herzinfarkt oder Herzschwäche. Während im Jahr 2007 in Baden-Württemberg noch 6.729 Menschen aufgrund eines Herzinfarkts gestorben sind, waren es im Jahr 2016 nur 5.790 (minus 14 Prozent). Bei der Herzschwäche ist sogar ein Rückgang um 21 Prozent von 5.321 auf 4.179 zu verzeichnen. 

Aus Sicht der TK besteht dennoch weiterhin Verbesserungsbedarf. Laut der "Stelle zur trägerübergreifenden Qualitätssicherung im Rettungsdienst" (SQR) für Baden-Württemberg wurden im Jahr 2017 insgesamt 75 Prozent der Herzinfarkt-Patienten innerhalb der "goldenen Stunde" ab der Alarmierung in einer Klinik medizinisch versorgt. Bei 90 Prozent wurden die verengten Herzkranzgefäße mithilfe eines Katheters erweitert, der durch die Haut eingeführt wird.   

"Diese Werte sind gut, könnten aber durch die flächendeckende Einführung eines onlinebasierten Kapazitätsnachweissystems weiter verbessert werden", betonte Vogt. Dabei ist für den Rettungsdienst sofort sichtbar, welches Krankenhaus freie Kapazitäten zur Verfügung hat. "Bislang geht oft noch wertvolle Zeit durch Telefonate verloren. Andere Bundesländer wie Rheinland-Pfalz oder Hessen sind uns da in puncto Digitalisierung voraus", so der Leiter der TK-Landesvertretung.

Hintergrund

Noch weniger Klinikaufenthalte wegen Herzproblemen als Baden-Württemberg können dem Herzbericht 2018 zufolge nur Bremen mit 1.459 Patienten pro 100.000 Einwohner und Sachsen (1.623) vorweisen. Schlusslicht ist Sachsen-Anhalt (2.251). Berücksichtigt wurden Koronare Herzkrankheiten - zu denen auch der Herzinfarkt zählt - Herzklappenkrankheiten, Herzrhythmusstörungen und Herzschwäche. Die immensen Unterschiede zwischen den Bundesländern sind in erster Linie auf verschiedene Verhaltensweisen, Lebensgewohnheiten und Lebensbedingungen zurückzuführen.