Schwerin, 8. Oktober 2020. In Mecklenburg-Vorpommern waren mit Stand Juli 2020 insgesamt 191 Menschen auf der Warteliste von Eurotransplant registriert. Das berichtet die Techniker Krankenkasse (TK) und bezieht sich auf Zahlen der Stiftung Eurotransplant. Seit letztem Jahr umfasst die Warteliste in Deutschland wieder deutlich weniger als 10.000 Personen - nun etwa 9.000 (davon 210 im Nordosten). "Durch die Änderung des Transplantationsgesetzes am Anfang des Jahres hat das Thema Organspende wieder vermehrt Aufmerksamkeit erfahren. Ich hoffe sehr, dass sich die positive Entwicklung weiter fortsetzten wird", erklärt Manon Austenat-Wied, Leiterin der TK-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern.

Laut Eurotransplant wurden von Januar bis Juni 2020 in Mecklenburg-Vorpommern 24 Organtransplantationen registriert, darunter eine Lebendspende. Die nahezu 200 Menschen, die auf neue Organe angewiesen sind, warten zu einem Großteil (156 Personen) auf eine Nierentransplantation. Aber auch Herz, Leber, Lunge und Bauchspeicheldrüse werden benötigt. 

Um die Organspenderzahl weiter zu erhöhen, informieren die Kassen ihre Versicherten alle zwei Jahre. Die TK plädiert dafür, den eigenen Willen nicht nur zu dokumentieren, sondern auch mit dem persönlichen Umfeld zu besprechen. "Diese ganz individuelle Entscheidung kann jederzeit geändert werden, sollte aber nahestehenden Menschen bekannt sein", so die TK-Chefin.

Auch während der Covid-19-Pandemie ist eine Transplantation möglich. Voraussetzung für eine Organspende ist ein negativer SARS COV-2-Befund bei einer Untersuchung mit einem Rachenabstrich. Zusätzlich werden die anamnestischen Angaben und die klinische Symptomatik bei der Entscheidung über eine mögliche Organspende berücksichtigt.

Hinweis für die Redaktion

Die Stiftung Eurotransplant ist als Service-Organisation verantwortlich für die Zuteilung von Spenderorganen in acht europäischen Ländern und arbeitet hierzu eng mit den Organspende-Organisationen, Transplantationszentren, Laboratorien und Krankenhäusern zusammen.