Eine negative Konsequenz der demografischen Entwicklung ist die steigende Prävalenz von chronischen Erkrankungen, Multimorbidität und Polypharmazie. Für eine bestmögliche Versorgung ist die strukturierte Integration und Koordination der sozialmedizinischen, fachmedizinischen und pflegerischen Patientenanliegen erforderlich. Interprofessionelle Behandlungsteams nehmen dabei eine zentrale Rolle ein.

Zusammenarbeit von Fachkräften frühzeitig fördern

Der Gedanke interprofessioneller Teams ist nicht neu und findet hierzulande vor allem in Form von Substitution und Delegation Anwendung. Allerdings können die gut ausgebildeten Fachkräfte im Gesundheitswesen mehr, als die Teilaufgaben anderer Berufsgruppen zu übernehmen. Die Grundlage für eine kooperative berufliche Zusammenarbeit sind positive Erfahrungen während der Ausbildung bzw. Studiums. Im Rahmen der Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft (NBK) sammelten wir positive Erfahrungen mit interprofessionellen Studierenden-Teams. Angesichts der sehr gut koordinierten und anerkennenden Zusammenarbeit von Studierenden der Humanmedizin, Pflegewissenschaften, Biotechnologie, Zahnmedizin und Medizininformatik, sind wir überzeugt, dass der interdisziplinäre Ansatz die Versorgung der Patienten in Zukunft verbessern wird.

Gegenwärtig hindern fehlende Informationen über die Kompetenzen der jeweils anderen Berufsgruppen, Asymmetrien in Ausbildung und Qualifikation sowie wenige institutionalisierte Wege der Zusammenarbeit, echte Interprofessionalität. Weiterhin verschärft die Sozialisation angehender Mediziner in einer monoprofessionellen Umgebung die Differenzen zu anderen Berufsgruppen. Hingegen erleichtern gemeinsame Ausbildungsabschnitte und Teamarbeit die Zusammenarbeit der Professionen.

Manon Auste­nat-Wied

Manon Austenat-Wied, Leiterin der TK-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.
Leiterin der TK-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern

Für die patientenzentrierte Weiterentwicklung unseres Gesundheitswesens müssen wir den interdisziplinären Ansatz konsequent weiterverfolgen.
Manon Austenat-Wied

Potentiale des interprofessionellen Gesundheitswesens nutzen

Angesichts anstehender Herausforderungen, wie der demografischen Entwicklung, zunehmend komplexeren Versorgungssituationen und dem voranschreitendem Fachkräftemangel, setzen wir uns für die vertikale und horizontale Zusammenarbeit im Gesundheitswesen ein. Mit dem NBK-Ideensprint 2020 wollen wir einen gemeinschaftsfördernden Beitrag auf Ausbildungsebene der Gesundheitsberufe leisten. Wir bitten die Landesregierung, die Akteure der ärztlichen und studentischen Selbstverwaltung sowie alle weiteren an der Gesundheitsversorgung beteiligten Akteure, im Sinne einer bestmöglichen Patientenversorgung, an einem interprofessionell kooperierendem Versorgungssystem mitzuarbeiten.