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TK: Gesundheitsminister Jens Spahn hat seit seinem Amtsantritt eine Vielzahl von Gesetzen und Verordnungen auf den Weg gebracht, die zum Teil bereits verabschiedet worden sind. Welche drei wesentlichsten Auswirkungen haben diese aus Ihrer Sicht auf die Krankenhäuser?

Dr. Gösta Heelemann: Bereits im Jahr 2020 kommen auf die Krankenhäuser große Veränderungen zu. Die Pflegepersonalkosten werden aus dem DRG-System ausgegliedert, Vorgaben in Form von Mindestpersonal und Personaluntergrenzen müssen umgesetzt werden, die Umstrukturierung der Notfallversorgung steht an und vieles mehr. Reformen ohne Ende, die Krankenhäuser kommen einfach nicht zur Ruhe. Kontinuität ist aber eine wesentliche Voraussetzung für gutes und gelingendes Arbeiten. 

TK: Auch im Gesundheitssektor ist die Digitalisierung derzeit quasi in aller Munde. In welchem Punkt bietet sie nach Ihrer Einschätzung das größte Entlastungspotenzial für die Krankenhäuser?

Heelemann: Digitalisierung ist ein großes Thema, das die Krankenhäuser vor große Herausforderungen stellt. Entlastung erhoffen wir uns vor allem durch eine Entbürokratisierung der mittlerweile überbordenden Reglementierung in allen Klinikbereichen. Ob die Digitalisierung von Krankenhausprozessen das leisten kann, hängt allerdings auch von der weiteren Gesetzgebung und den durch das Land zur Verfügung gestellten Investitionsmitteln ab. 

TK: Immer wieder Thema öffentlicher Diskussionen ist die Frequentierung der Notaufnahmen an Kliniken. Es besteht weitgehend Konsens darin, dass sie zu häufig auch bei leichteren gesundheitlichen Beschwerden aufgesucht werden. Sind Integrierte Notfallzentren zum Beispiel an Kliniken für Sie eine Option zur Patientensteuerung?

Heelemann: Ja. Das Konzept der Integrierten Notfallzentren sieht eine solche Steuerung vor. Wichtig ist, dass der Gesetzgeber die Notfallversorgung zentral am Krankenhaus ansiedelt. Die Krankenhäuser sind nach dieser Planung die zentralen Örtlichkeiten für Notfallpatienten. Folgerichtig soll nach dem vorliegenden Entwurf der Sicherstellungsauftrag zur Notfallversorgung dem Land übertragen werden. Dabei muss im Sinne einer funktionierenden Notfallversorgung sichergestellt werden, dass alle Notfallkrankenhäuser ein Integriertes Notfallzentrum erhalten. Das Land muss eine flächendeckende Zugangsmöglichkeit für Notfallpatienten gewährleisten. 

Zur Person


Dr. Gösta Heelemann ist seit 2006 Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Sachsen-Anhalt. Er ist stellvertretendes Vorstandsmitglied der Deutschen Krankenhausgesellschaft und Mitglied in den DKG-Ausschüssen für Krankenhausfinanzierung, Personalwesen und Organisation sowie in der Satzungskommission und der Kommission für europäisches und internationales Krankenhauswesen. Darüber hinaus engagiert er sich als Vorstand im Bundesverband der Medizinischen Versorgungszentren sowie in diversen Landesgremien Sachsen-Anhalts.