Das können zum Beispiel Fehler bei der Medikamentengabe sein, weil das Klinikpersonal etwas Anderes versteht, als die Schwangere mitteilen möchte. Auch kulturelle oder sprachliche Barrieren, Verständigungsprobleme oder Konflikte bei Übergaben im Team sind vermeidbare Fehlerquellen. Hier setzt das gemeinsame Forschungsprojekt TeamBaby der Universitätsklinik Ulm mit der Techniker Krankenkasse (TK) und weiteren Partnern an. 

Das geburtshilfliche Personal in der Uniklinik wurde in guter Kommunikation geschult. Ein weiterer zentraler Projektbaustein ist die interaktive Online-Schulung für Schwangere, die vorhaben an der Uniklinik Ulm zu entbinden, sowie deren Angehörige. Dadurch kann sich die Zufriedenheit sowohl der Patientinnen als auch der Klinikbeschäftigten verbessern. Das trägt zu mehr Sicherheit und Qualität in der Versorgung bei. 

Freya Häußler vom Projektpartner Aktionsbündnis Patientensicherheit organisiert die Schulungen der Schwangeren mit ihren Partnern. Sie hat die Neu-Ulmer Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger, die im Wissenschaftlichen Beirat des Projektes TeamBaby mitwirkt, nach ihren Zielen und Wünschen befragt. 

Freya Häußler

Freya Häussler, Wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Aktionsbündnis Patientensicherheit e. V. (APS) Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.
Wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Aktionsbündnis Patientensicherheit e. V. (APS)
 

Freya Häußler: Frau Albsteiger, was sind Ihre persönlichen Erfahrungen im Zusammenhang mit der Kommunikation vor, während oder nach der Geburt? 

Katrin Albsteiger: Dankenswerterweise habe ich wirklich sehr gute Erfahrungen machen dürfen. Ich hatte viele Fragen und immer kompetente, freundliche Ansprechpartner um mich herum. 

Häußler: Wie wichtig ist aus Ihrer Sicht eine gute und sichere Kommunikation aller Beteiligten bei der Geburtshilfe? 

Albsteiger: Vor allem die Geburt des ersten Kindes ist ganz besonders aufregend. Man ist vielleicht etwas unsicher, weiß nicht, was genau auf einen zukommt und hat Fragen über Fragen. Um Sicherheit, Ruhe und Zuversicht zu geben, braucht man eine Möglichkeit, Fragen zu adressieren und beantwortet zu bekommen.

Häußler: Sehen Sie das Projekt als eine Möglichkeit für werdende Eltern, sich gerade durch die Einschränkung der persönlichen Kontakte während der Corona Pandemie gut auf die Geburt vorzubereiten? 

Katrin Albst­eiger

Katrin Albsteiger, Oberbürgermeisterin von Neu-Ulm Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.
Oberbürgermeisterin von Neu-Ulm (Foto: Matthias Schmiedel)

Albsteiger: Auf jeden Fall. Gerade in Zeiten, in denen man wenig persönliche Kontakte zu Gruppen wie Geburtsvorbereitungskursen oder Gesprächsrunden für werdende Eltern haben kann, spielen andere Kanäle eine umso wichtigere Rolle. Klar, dass eine digitale Kommunikation entsprechend möglich sein sollte, dass dahingehende Angebote geschaffen und vor allem bekannt gemacht werden. 

Häußler: In ihrem beruflichen Werdegang spielt Kommunikation eine große Rolle. Haben Sie eine besondere Motivation ein Projekt in der Geburtshilfe als Beirätin zu unterstützen? 

Albsteiger: Eine Geburt ist das spannendste und aufregendste Erlebnis im Leben. Eine positive Erinnerung daran ist sicher für alle Eltern ein großer Wunsch. Ich finde es schön ein Projekt unterstützen zu dürfen, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, dieses einzigartige Erlebnis bestmöglich zu gestalten. 

Häußler: Was sind Ihre Hoffnungen bzw. Ziele durch das Projekt? 

Albsteiger: Ich hoffe, dass die Erkenntnisse des Projekts mehr Eltern Sicherheit, Vertrauen und Zuversicht geben. Eine gute Kommunikation kann das schaffen. 

Zur Person

Katrin Albsteiger, Jahrgang 1983, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Nach ihrem Studium der Politikwissenschaften an der Universität Augsburg verantwortete sie bei verschiedenen Firmen und Einrichtungen Kommunikationsprojekte. Von 2013 bis 2017 war sie Mitglied des Deutschen Bundestages. Während dieser Zeit kam auch ihre erste Tochter zur Welt. Seit 1. Mai 2020 ist die gebürtige Ulmerin Oberbürgermeisterin von Neu-Ulm.