Dresden, 18. Dezember 2018. In den letzten Jahren haben Kaiserschnitte in den meisten OECD-Ländern stetig zugenommen. Auch in Deutschland kann dieser Trend beobachtet werden. In Sachsen liegt die Kaiserschnittrate im Jahr 2017 wie in dem Jahr zuvor bei 23 Prozent und damit acht Prozentpunkte unter dem Bundesschnitt (31 Prozent). In Kliniken im Saarland waren es sogar 36 Prozent der Entbindungen, die operativ erfolgten. Aktuelle Analysedaten der TK zeigen, dass in sächsischen Krankenhäusern im deutschlandweiten Vergleich die meisten Babys auf natürlichem Weg geboren werden.

Spezielle Qualitätsvereinbarung

"In unserer Klinik steht die natürliche und individuelle Geburt an erster Stelle. Dafür beraten wir unsere werdenden Mütter sehr umfangreich", hebt Heidrun Ballmann, Geschäftsführerin der Klinik Erlabrunn ihren Standpunkt hervor. Das Krankenhaus im Erzgebirge ist eine von acht Kliniken, welche mit der TK eine spezielle Qualitätsvereinbarung abgeschlossen hat. Darin verpflichtet sich das Haus, die Schwangeren ausführlich über die natürliche Entbindung aufzuklären. Im Jahr 2017 wurden im Krankenhaus Erlabrunn 23 Prozent der Babys per Kaiserschnitt entbunden.

Risiken bei natürlicher Geburt geringer

Die TK setzt sich für die natürliche Geburt ein, sofern ihr keine medizinischen Gründe entgegenstehen. Ein Kaiserschnitt ist ein operativer Eingriff und kann Komplikationen nach sich ziehen. Bei einer Schnittentbindung dauert der Krankenhausaufenthalt etwa 2,5 Tage länger. "Viele Mütter wollen heute eher die Risiken für ihren eigenen Körper in Kauf nehmen und per Kaiserschnitt entbinden. Sie denken, damit eventuelle Gefahren für das Kind zu vermindern. Wir wissen aus Analysen, dass die Risiken für Kinder bei einer natürlichen Geburt viel geringer sind", erklärt Simone Hartmann, Leiterin der TK Sachsen. 

Bewusste Entscheidung

Bei einer Schnittgeburt ist die Gefahr einer gesundheitlichen Beeinträchtigung für Mutter und Kind höher. Es kommen häufiger Komplikationen bei einer nachfolgenden Schwangerschaft vor. Das können, wie bei jeder anderen Bauchoperation, Wucherungen oder Verwachsungen sein. In seltenen Fällen kann die Gebärmutter während einer späteren normalen Geburt reißen oder der Mutterkuchen so anwachsen, dass er den natürlichen Geburtsweg versperrt.

Ein Kaiserschnitt kann Leben retten. Aber eine Schnittentbindung ist keine gleichwertige Alternative zu einer spontanen Geburt. Kritisch sollten alle Aspekte gegeneinander abgewogen werden. "Uns ist wichtig, dass jede Schwangere eine bewusste Entscheidung trifft, der eine umfangreiche fachkundige Information vorausgeht", fasst Hartmann das Anliegen der TK zusammen.

Hinweis an die Redaktion

Geburtenreport 2017: Die TK hat eine Sekundärdatenanalyse mit 38.857 Datensätzen von Müttern, die im Jahr 2008 entbunden haben, und ihren Kindern durchgeführt. Die Ergebnisse zum Zusammenhang zwischen Entbindungsmodus und Geburtsgewicht sowie Erkrankungen von Müttern und Kindern gibt es im Geburtenreport der TK . Da sich viele vom Entbindungsmodus oder Geburtsgewicht abhängige Erkrankungen erst in der späteren Kindheit äußern, hat sich die TK entschieden, die Studie im Rahmen eines internen Forschungsvorhabens fortzuführen. Eine auf den Geburtenreport aufbauende Masterthesis der TK-Versorgungsexpertin Dr. Andrea Gillessen untersucht die ökonomischen Folgen der zunehmenden Zahl an Schnittentbindungen bei relativen Kaiserschnittindikationen. 

Ansprechpartnerin Presse

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