Mainz, 3. März 2021. Die Behandlungsqualität in rheinland-pfälzischen Kliniken hat für die hier lebende Bevölkerung höchste Priorität. Das zeigt eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) in Mainz. Demnach gaben 93 Prozent der Befragten an, sich für eine aufwändige Operation lieber in ein Krankenhaus mit umfassender Erfahrung zu begeben, selbst wenn hierfür weitere Wege in Kauf zu nehmen wären. Lediglich für sechs Prozent der Interviewten wäre die Wohnortnähe wichtiger als die Spezialisierung.

Bettenzahl einer Klinik kaum von Relevanz

Die Bettenzahl einer Klinik zählte hingegen nur für 21 Prozent der Umfrageteilnehmer zu den Faktoren, die ihre Entscheidung bei der Einrichtungswahl beeinflussen würde. Auch beim Thema "Fachkräftemangel" im stationären Sektor zeigten sich die Rheinland-Pfälzer in der Mehrheit pragmatisch: Fachabteilungen zu schließen oder diese mit Abteilungen anderer Krankenhäuser zusammenzulegen, um so Personal zu konzentrieren, bevorzugten 82 Prozent der Rheinland-Pfälzer gegenüber der Möglichkeit, in einer unterbesetzten Abteilungen behandelt zu werden. Und zwar selbst dann, wenn dies wiederum bedeuten würde, längere Strecken auf sich nehmen zu müssen. Zudem wünschten sich 74 Prozent der Befragungsteilnehmer, dass künftig mehr ambulante Behandlungen ermöglicht werden.

Klini­ken: Behand­lungs­qua­lität wich­tiger als Wohn­ort­nähe

TK-Infografik: Behandlungsqualität ist den Rheinland-Pfälzern bei einer planbaren Operation wichtiger als Wohnortnähe. Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.
Für 93% der rheinland-pfälzischen Bevölkerung hat die Behandlungsqualität einer Klinik höchste Priorität.

Befragung zeigt Bereitschaft der Rheinland-Pfälzer für Reformen

"Diese Befragung zeigt deutlich, dass die rheinland-pfälzische Bevölkerung sehr wohl bereit ist für die notwendige Neustrukturierung der Krankenhausversorgung", ist TK-Landesvertretungsleiter Jörn Simon überzeugt. "Es ist absolut nachvollziehbar, dass die Bewältigung der Corona-Pandemie seit knapp einem Jahr den gesundheitspolitischen Diskurs dominiert, aber dennoch sind Reformen im stationären Sektor ebenso dringend", betont Simon. Förderinstrumente, wie etwa der Strukturfonds oder weitere Mittel, die im Zuge des Krankenhauszukunftsgesetztes KHZG) den Häusern zur Verfügung stehen, müssten nun eingesetzt werden, um eine Leistungskonzentration in den Kliniken zu forcieren, Instrumente konsequenter Qualitätssicherung auszubauen sowie Versorgungsaufträge präziser zu definieren. 

Stärkere Spezialisierung ist notwendig

"Die Corona-Pandemie hat die Versorgungsstrukturen im stationären Bereich keineswegs bestätigt. Das Gegenteil ist der Fall: 70 Prozent der Corona-Patienten wurden in 25 Prozent der Kliniken behandelt. Jeder vierte Covid-19-Patient musste von einem kleineren in ein größeres Krankenhaus verlegt werden, da dort das nötige Know How zu finden war. Daher hat die Pandemie deutlich gezeigt, dass wir eine stärkere Spezialisierung und Leistungskonzentration brauchen", appelliert Simon.

Hinweis für die Redaktion

Die Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) wurde vom Meinungsforschungsinstitut Forsa vom 11. bis 25. Januar 2021 durchgeführt. Die angegebenen Zahlen beziehen sich auf Rheinland-Pfalz. Die Befragten repräsentieren einen Querschnitt der Volljährigen Bevölkerung in Rheinland-Pfalz.