Deutschland hat eine hoch entwickelte Krankenhauslandschaft, die international ihresgleichen sucht. Mehr als 440 Milliarden Euro gibt Deutschland jedes Jahr für die Gesundheitsversorgung aus. Der Krankenhausbereich stellt dabei mit einem Anteil von einem Drittel den größte Ausgabenposten dar. Doch leider werden die Mittel oft nicht so eingesetzt, dass Patientinnen und Patienten den besten Nutzen daraus ziehen. Deshalb müssen wir die Krankenhausfinanzierung reformieren und neue finanzielle Anreize für eine bessere Versorgung setzen.

Vermeidbare Operationen dürfen sich nicht mehr lohnen und die Finanzlage von Kliniken, die für die Versorgung von Menschen unverzichtbar sind, muss gesichert werden. In ihren Koalitionsvertrag haben die Regierungsparteien bereits Handlungsbedarf beim Thema Krankenhaus anerkannt. Eine Kommission soll weitere Schritte erarbeiten. Die TK hat mit dem Positionspapier "Besser versorgt 2025" konkrete Vorschläge für eine Reformagenda vorgelegt.

Worauf es künftig bei der Krankenhausfinanzierung ankommt

  • Wir brauchen mehr Spezialisierung unter den Krankenhäusern, denn Erfahrung und Routine verbessern die Behandlungsergebnisse.
  • Wir brauchen mehr ambulante Eingriffe, damit Krankenhausaufenthalte vermieden werden können.
  • Grundlage für die Krankenhausfinanzierung sollten weiterhin die so genannten Fallpauschalen, also einheitliche Entgelte für vergleichbare Krankenhausbehandlungen, sein. Sie schaffen Transparenz und sind auch in anderen Ländern in der Krankenhausfinanzierung Standard.
  • Neben den Einnahmen aus den Fallpauschalen sollten aber auch die unterschiedlichen Kostenstrukturen der Kliniken stärker berücksichtigt werden. Wenn ein für die Versorgung notwendiges Krankenhaus in einer strukturschwachen Region beispielsweise bestimmtes Personal und Technik vorhalten muss, sie aber nicht auslasten kann, sollte es zusätzlich Vorhaltepauschalen erhalten. Sie sollen den wirtschaftlichen Druck zu möglichst vielen Eingriffen abbauen.
  • Den dritten Finanzierungsbaustein für die Krankenhäuser sollen Qualitätszuschläge bilden. Davon profitieren Häuser, die nachweislich deutlich überdurchschnittliche Qualitätsergebnisse erzielen.
  • Außerdem muss die Reform den Krankenhäusern dringend mehr Mittel für Investitionen zur Verfügung stellen. Schon seit vielen Jahren stellen die Länder deutlich weniger Investitionsmittel zur Verfügung als die Krankenhäuser benötigen. Die Häuser müssen deshalb aus den laufenden Betriebsmitteln Überschüsse erwirtschaften, um ihre Substanz und neue Investitionen zu finanzieren. Das muss sich ändern.

Kran­ken­haus­fi­nan­zie­rung

TK-Infografik zur Investitionsquote der Länder für die Krankenhausfinanzierung seit 1991. Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.
Der Investitionsanteil der Länder für die Krankenhausfinanzierung stagniert auf niedrigem Niveau.

Die vollständige Positionierung der TK gibt es auf der Kampagnen-Seite Besser versorgt 2025  , ein Plädoyer für grundlegende Strukturreformen unter Deutschland braucht eine grundlegende Strukturreform der Kliniken .