TK: Frau Austenat-Wied, in der Studie der Bertelsmann-Stiftung heißt es, dass die Patienten in Deutschland besser versorgt werden könnten, wenn man mehr als die Hälfte der Krankenhäuser schließen würde. Funktioniert die bestmögliche medizinische Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern mit der Hälfte der bestehenden Krankenhäuser? 

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Austenat-Wied: Grundsätzlich halte ich es für falsch die Versorgungsqualität allein von der Anzahl der Krankenhäuser her zu denken. Vielmehr müssen wir uns zunächst die Frage stellen, mit welchen Maßnahmen können wir die Behandlungsqualität in den bereits bestehenden Krankenhäuser steigern? Ohne Frage führt die Konzentration von knappen Ressourcen zu einer besseren Ausstattung an einzelnen Standorten. Die Behandlungsqualität wird aber erst verbessert, wenn neben mehr Personal auch eine bessere Ausbildung, individuelle Vorbereitungsprogramme und eingespielte OP-Abläufe ineinander greifen.

Für unsere Versicherten ist es wichtig, bestmöglich medizinisch versorgt zu werden. Insbesondere bei geplanten Operationen ist die Qualität deutlich wichtiger als die Wohnortnähe. Mit dieser Vorgabe im Kopf definiert sich auch unser Ziel in Sachen Krankenhausplanung klarer. Mittelfristig benötigen wir ein Netz von qualitativ hervorragenden Einrichtungen, die komplexe operative Leistungen dauerhaft fehlerfrei erbringen können.

Gleichzeitig bedarf es für eine echte bedarfsorientierte Versorgungsplanung eine homogene ambulante und stationäre Bedarfsplanung. Nur wenn wir alle Möglichkeiten der ambulanten Versorgung in den ländlichen Regionen mit berücksichtigen, wird es uns gelingen, gute medizinische Versorgung vor Ort zu sichern.