Die Novellierung des Hamburgischen Rettungsdienstgesetzes aus dem Jahr 1992 ist dringend erforderlich. Die gegenwärtige Praxis der Notfallrettung ist nicht optimal. Auch die Personalressourcen sind begrenzt. Daraus folgt: Alle Bereiche des Rettungsdienstes müssen besser miteinander verzahnt werden, um die Effizienz des Systems zu erhöhen. 

Hierzu gehört auch, dass die mehr als 600 Notfallsanitäter bei der Feuerwehr Hamburg ihre neu erlangten Kompetenzen und Befugnisse auch in der Praxis beim Patienten vollumfänglich anwenden können. Dazu aber bedürfe es eines Maßnahmenkatalogs, der zum Beispiel die Befugnis zur Einleitung invasiver Maßnahmen regelt. Diesen Katalog aber gibt es bisher allerdings nicht. Es besteht also dringender Handlungsbedarf.

Maren Puttfarcken

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Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg

Hilfsfrist

Auch die ständig steigenden Einsatzzahlen im Rettungsdienst sind besorgniserregend. Zahlen belegen, dass die Einsatzkräfte den hohen Anstieg nicht bewältigen können. Die Rettungswagen sollen den Einsatzort innerhalb von acht Minuten - der sogenannten Hilfsfrist - erreichen. Im Jahr 2015 waren die Rettungsmittel in 67,4 Prozent der Fälle in der vorgeschriebenen Zeit am Einsatzort. Das ist nicht zufriedenstellend und eine Verbesserung ist derzeit nicht in Sicht.

Die ständig steigenden Einsatzzahlen im Rettungsdienst sind besorgniserregend. Zahlen belegen, dass die Einsatzkräfte den hohen Anstieg nicht bewältigen können.
Maren Puttfarcken

Hilfsorganisationen

Dabei gibt es in Hamburg genügend Rettungsmittel zum Beispiel bei den Hilfsorganisationen. Doch diese fahren aktuell nur im Rahmen einer zeitlich begrenzten Ausnahmeregelung für die Feuerwehr bzw. werden durch sie disponiert. Hilfreich wäre es daher, wenn die Feuerwehr diese bei Bedarf regelhaft hinzuziehen würde. Dann bestünde die Chance, die tatsächliche "Hilfsfrist" deutlich zu reduzieren. Gibt es hier keine Veränderung, riskieren wir, dass Hilfesuchende länger unversorgt bleiben. Und dass die Rettungswagen und Löschfahrzeuge der Feuerwehr - zur Erstversorgung - erst verspätet am Einsatzort eintreffen.

Entwurf zum Rettungsdienstgesetz vorgelegt

Ende Februar 2019 hat der Hamburger Senat den Entwurf eines Gesetzes zur Regelung des Rettungsdienstes beschlossen, das sich aktuell in der parlarmentarischen Beratung befindet.