Neu veröffentlicht werden Daten, Fakten und Qualitätsergebnisse zur Versorgung schwerverletzter Unfallopfer in den Krankenhäusern des Großraums Bremen/Bremerhaven. Die Kliniken weisen hier seit mehreren Jahren eine sehr gut ausgebaute Versorgungsstruktur auf: Elf unfallchirurgische Fachabteilungen von Krankenhäusern in Bremen, Bremerhaven und dem niedersächsischen Umland haben sich zum Traumanetzwerk Bremen zusammengeschlossen und kooperieren eng mit den Rettungsdiensten. Dies führt zu einer Leistungsfähigkeit, die es ermöglicht, im gesamten Großraum Schwerverletzte innerhalb kurzer Zeit optimal zu versorgen und viele Leben zu retten.

Wie die Rubrik "Versorgung von Schwerverletzten" im Bremer Krankenhauspiegel zeigt, wurden im aktuellen Auswertungsjahr 2018 rund 470 Schwerverletzte in einer der Kliniken des Traumanetzwerks Bremen behandelt; davon waren fast 69 Prozent Männer, der Altersdurchschnitt betrug 55 Jahre. Bei fast der Hälfte der Unfälle (47 Prozent) handelte es sich um Stürze aus über drei Metern Höhe. Erst danach folgen Verkehrsunfälle als Unfallursache mit 44 Prozent. Im Gebiet des Traumanetzwerks Bremen werden im Verhältnis deutlich mehr Unfallopfer mit lebensbedrohlichen Verletzungen eingeliefert (46,5 Prozent) als in Bundesdurchschnitt (39.9 Prozent), insgesamt 44 Prozent haben ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten (Deutschland: 26 Prozent).

Trotz dieses hohen Anteils an Schwerst- und Mehrfachverletzten erreichen die im Traumanetzwerk Bremen zusammengeschlossenen Krankenhäuser überdurchschnittlich gute Werte bei der schnellen Diagnose und Behandlung der Verletzungen.

Elektronisches Meldesystem und gut trainierte Abläufe

Die Kooperation der beteiligten Kliniken untereinander und mit den Rettungsdiensten ist sehr eng und erfolgt über das elektronische Meldesystem IVENA. Hier geben alle angeschlossenen Krankenhäuser fortlaufend ihre aktuellen Behandlungskapazitäten, die Verfügbarkeit von Geräten und die Zahl der freien Betten an. Die Rettungsdienste und die Rettungsleitstelle der Feuerwehr können sich live über Monitore darüber informieren, in welcher Klinik schwerverletzte Patienten die am besten geeignete Behandlung bekommen, und diese direkt anfahren. Zusätzlich werden die Schwerverletzten vom Notarzt über die "Trauma-Hotline“ telefonisch angekündigt. Jede Klinik hat dazu ein sogenanntes "Trauma-Handy“ eingerichtet, das sieben Tage in der Woche und 24 Stunden am Tag mit einem kompetenten Ansprechpartner besetzt ist. Das Polytrauma-Team kann sich dann optimal auf die Versorgung der angekündigten Schwerverletzten vorbereiten.

"Zusätzlich zur Rubrik ’Versorgung von Schwerverletzten’ präsentiert der Bremer Krankenhausspiegel neueste Qualitätsergebnisse aus insgesamt 19 besonders häufigen oder komplizierten Behandlungsgebieten wie dem Einsetzen künstlicher Hüft- und Kniegelenke, Herzchirurgie, Geburtshilfe und gynäkologische Operationen in leicht verständlichen Schaubildern. Ergänzt werden die Qualitätsergebnisse durch Erläuterungstexte zu den Erkrankungen sowie den Diagnose- und Therapiemöglichkeiten des jeweiligen Behandlungsgebiets. Ausführliche Porträts aller Krankenhäuser mit aktuellen Kontaktdaten bieten den Patienten umfassende Informationsmöglichkeiten über alle Krankenhäuser des Landes und ihre Leistungen. 

Seit einem Jahr bietet der Bremer Krankenhausspiegel eine gemeinsame Stellenbörse aller Krankenhäuser in Bremen und Bremerhaven, in der sich Interessenten auf einen Blick über die freien Stellen in den Krankenhäusern informieren können.

Personalbedarf wird steigen

Der TK ist dieses Engagement wichtig, denn gerade in den Gesundheitsberufen werden in den kommenden Jahren in Bremen deutlich mehr Fachkräfte gebraucht, als derzeit ausgebildet werden. Die Zeit der Corona-Pandemie hat das uns deutlich gezeigt.