Mainz, 16. September 2021. Die Techniker Krankenkasse (TK) schlägt vor, dass sich die Vergütung für Krankenhäuser künftig stärker an der Qualität orientieren soll. "Derzeit legt das gültige Fallpauschalensystem den Fokus auf Quantität. Das sollten wir ändern und die Qualität der Versorgung ebenfalls heranziehen", sagt Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung in Rheinland-Pfalz.

Chance einer zeitnahen Umsetzung besteht

Die TK schlägt deshalb einen neuen Weg vor. "Wir halten es für praktikabel, die Gesamt-Performance eines Krankenhauses zu bewerten und zu belohnen. Dafür gibt es in den USA bereits ein etabliertes Programm, das uns die Chance einer zeitnahen Umsetzung böte", meint der TK-Landeschef. Das Hospital Value-Based-Purchasing Program von Medicare wird bereits seit 2017 angewendet. Dabei wird für jedes Krankenhaus ein Gesamtindex aus vier Bereichen gebildet. Neben der reinen Prozess- und Ergebnisqualität zählen dazu auch die Patientenzufriedenheit und die Kosteneffizienz. "Damit geht dieser Ansatz weiter als die bisher in Deutschland diskutierten Ansätze", sagt Simon. 

Mit wenigen Modifikationen auf DRG-System übertragbar

Das Programm sieht vor, dass zunächst zwei Prozent der Zahlungen an die Krankenhäuser im Geschäftsjahr gekürzt werden, um diesen Betrag dann auf Grundlage ihres Total Performance Scores neu zu verteilen. Krankenhäuser haben zwei Möglichkeiten, diese qualitätsorientierte Vergütung zu erhalten: zum einen, wenn die gemessene Leistung besser als der nationale Durchschnitt ist, zum anderen, wenn sie ihre Leistung gemessen am eigenen Referenzwert wesentlich verbessern.

Die notwendigen Daten zur Ermittlung und Berechnung der Indikatoren stammen überwiegend aus den Routine-Abrechnungsdaten der Krankenhäuser. "Wir halten das Programm für praktikabel und mit wenigen Modifikationen auf das deutsche DRG-System übertragbar", ist Jörn Simon überzeugt. 

Kostenneutraler Umbau

In den vergangenen Wochen hatte die TK sich auch schon für einen kostenneutralen Umbau der Krankenhausfinanzierung ausgesprochen, bei der Vorhaltekosten von Kliniken eine stärkere Berücksichtigung finden sollten. Davon würden vermutlich auch kleinere versorgungsnotwendige Krankenhäuser im ländlichen Raum profitieren, die in Rheinland-Pfalz aufgrund niedriger Fallzahlen oft mit wirtschaftlichen Problemen kämpfen.