Stuttgart, 23. Dezember 2021. Für die Digitalisierung der Krankenhäuser in Deutschland endet am 31. Dezember dieses Jahres eine wichtige Frist. Bis dahin haben die Bundesländer Zeit, beim Bundesamt für soziale Sicherung (BAS) für ihre Kliniken Geld zu beantragen, das für moderne Notfallkapazitäten und eine bessere digitale Infrastruktur (Patientenportale, Dokumentation, digitales Medikationsmanagement, Robotik, Maßnahmen zur IT-Sicherheit sowie sektorenübergreifende telemedizinische Netzwerke) verwendet werden kann.
 
Der dafür eingerichtete Krankenhauszukunftsfonds (KHFZ) ist prall gefüllt. Die Investitionssumme beträgt insgesamt 4,3 Milliarden Euro, davon kommen 1,3 Milliarden von den Ländern. Für die Krankenhäuser in Baden-Württemberg bedeutet dies einen finanziellen Schub für die Digitalisierung in Höhe von rund insgesamt rund 550 Millionen Euro. Die Kliniken konnten bereits das ganze Jahr über ihren Bedarf beim Sozialministerium anmelden. Dort wird entschieden, für welche Vorhaben eine Förderung beim BAS beantragt wird.
 
Bislang (Stand 1. Dezember) sind beim BAS allerdings erst 108 Anträge aus Baden-Württemberg mit einer Fördersumme von insgesamt rund 45 Millionen Euro eingegangen. Zum Vergleich: Aus Bayern gingen 850 Anträge mit einer Höhe von insgesamt über 360 Millionen Euro ein, aus Nordrhein-Westfalen 754 Anträge auf Fördermittel in Höhe von rund 460 Millionen Euro.  
 
Aus Sicht der Techniker Krankenkasse (TK) sollten die Mittel genutzt werden, um in den Krankenhäusern die Digitalisierung der internen Prozesse, die Vernetzung zu anderen Gesundheitsanbietern sowie die Cybersicherheit und die digitalen Kenntnisse der Klinikmitarbeiter zu verbessern. "Ziel muss es sein, ein umfassendes telemedizinisches Versorgungsnetz zu etablieren, in das neben den Krankenhäusern auch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sowie weitere Einrichtungen im Gesundheitswesen eingebunden sind", sagt Nadia Mussa, Leiterin der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg. 

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