Der Tränenfilm ist für unsere Augen etwas Gutes: nur dank ihm können wir so gut sehen. Entstehen die Tränen jedoch ohne Grund, spricht man von "Epiphora", dem tränenden Auge. Die Ursachen dafür können Verengungen oder Verstopfungen der ableitenden Tränenwege sein. Die ärztlichen Spezialisten in der Augenklinik im Klinikum Darmstadt können diese Verengungen der Tränenkanäle oder des Tränensacks mikroendoskopisch mit Laser oder einem Minibohrer eröffnen und den ursprünglichen Abflussweg wiederherstellen.

Diese sogenannten Stenosen der ableitenden Tränenwege können angeboren sein oder auch erst im Laufe des Lebens entstehen. Typische Symptome sind tränende Augen oder verschwommenes Sehen. Darüber hinaus kann eine mit Schmerzen einhergehende Entzündung des Tränensacks auftreten. Um das Gesamtsystem der ableitenden Tränenwege wieder herzustellen und zu erhalten, können sich betroffene Patienten am Klinikum Darmstadt operieren lassen. "Mikroendoskopische Operationstechniken in der Tränenwegchirurgie können heute in vielen Fällen wesentlich aufwändigere Operationsverfahren ersetzen", sagt Professor Dr. med. Karl Heinz Emmerich, Direktor der Augenklinik am Klinikum Darmstadt. Die Schwierigkeit bei der Tränenweg-Chirurgie besteht darin, dass die ableitenden Tränenwege einen Durchmesser von nur einem Millimeter haben. Mit miniaturisierten Endoskopen und zusätzlicher Verwendung eines Lasers oder eines Minibohrers können etwa 70 bis 80 Prozent aller mechanischen Stenosen wieder geöffnet werden. Die mikroendoskopische Diagnostik ermöglicht es, pathologische Veränderungen der Tränenwege bildlich darzustellen und zu behandeln.

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Prof. Dr. med. Karl Heinz Emmerich

"Die Augenklinik am Klinikum Darmstadt verfügt als nationales Referenzzentrum für Tränenweg-Chirurgie über alle Möglichkeiten, Patienten mit Erkrankungen der ableitenden Tränenwege mit dem Leitsymptom 'Epiphora' optimal zu versorgen. Bundesweit werden in unserer Klinik pro Jahr die meisten Operationen an den ableitenden Tränenwegen vorgenommen", so Professor Emmerich.

Verschiedene Behandlungstechniken

In der Augenklinik sind für Patienten mit verschlossenen Tränenwegen je nach Ursache verschiedene Behandlungstechniken vorhanden. Eine Therapie ist in allen Altersgruppen möglich. Bei Kindern liegt der Tränenwegstenose meist eine Entwicklungsstörung zugrunde. Ursache ist eine fehlende Eröffnung der sogenannten Hasner'schen Membran am Übergang des Tränenganges zur Nase hin. Bei den meisten betroffenen Kindern bildet sich diese Veränderung spontan oder nach einer Druckspülung zurück. Ist dies nicht der Fall, wird der Tränengang dieser Kinder gegen Ende des ersten Lebensjahres nochmals in Narkose gespült; anschließend wird eine Schienung mit einem im Durchmesser nur 0,64 mm großen Silikonschlauch durchgeführt. Der Schlauch wird nach drei Monaten wieder entfernt. Die Erfolgsrate dieses Verfahrens beträgt fast 100 Prozent.

Bei Erwachsenen ist die Ursache für die Verklebung und den Verschluss der Tränenwege oftmals nicht bekannt. Experten sprechen dabei von einer idiopathischen Tränenwegstenose. Erst durch die mikroendoskopischen Befunde wird deutlich, dass hierbei punktförmige Verklebungen vorliegen. Diese können mit einem Laser oder einem Mikrobohrer eröffnet werden. Das Verfahren wird in Narkose durchgeführt, die Patienten sind nach dem Eingriff umgehend wieder belastbar. Die bis zur Einführung dieser Verfahren vor ca. 20 Jahren notwendigen OP-Verfahren (ein Hautschnitt mit Eröffnung des Tränensacks zur Nase) sind für die Betroffenen wesentlich aufwändiger und mit einer Rekonvaleszenz von zwei Wochen verbunden.

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Mikroendoskopische Operationstechnik zur Rekanalisierung der ableitenden Tränenwege

Augenklinik im Klinikum Darmstadt

Die Augenklinik im Klinikum Darmstadt entwickelte sich zum größten Tränenwegchirurgischen Zentrum in Deutschland. Allein im Jahr 2015 wurden mehr als 1.150 Eingriffe an den ableitenden Tränenwegen vorgenommen. Die Augenklinik gilt als das nationale Referenzzentrum für Tränenweg-Chirurgie. Gemeinsam mit Professor Hans-Werner Meyer-Rüsenberg, dem ehemaligen Direktor der Augenklinik am St. Josef Hospital in Hagen, wurden unter anderem die mikroendoskopischen OP-Techniken entwickelt.